Titel: Ueber die Zusammensetzung des Peru-Guanos.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 17 (S. 615–616)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi06_17

Ueber die Zusammensetzung des Peru-Guanos.

Den gegenwärtig in Belgien eingeführten Peru-Guano bringt A. Petermann (Biedermann's Centralblatt für Agriculturchemie, 1877 Bd. 2 S. 418) in folgende zwei Classen: 1. Guano, von ziemlich trockner Beschaffenheit und hellgelber Farbe, mit 6,5 bis 9 Proc. Stickstoff; 2. Guano, weniger pulverig und etwas dunkler, mit 2,5 bis 4 Proc. Stickstoff. Die im Handel vorkommenden Sorten mit 2 bis 9 Proc. Stickstoff sind Gemische dieser beiden. Zwei vom Verfasser untersuchte Guanoproben hatten folgende Zusammensetzung:

Guano
Marke A.
Guano
ohne Marke.
Wasser 14,82 17,08
Organische Substanzen und Ammoniaksalze 14,88 34,01
Kalk 8,64 7,42
Eisenoxyd 0,96 1,62
In Wasser lösliches Kali 2,37 3,97
In Säuren lösliches Kali 1,63 1,24
Natron 3,64 1,47
In Wasser lösliche Phosphorsäure 0,81 6,94
In Wasser unlösliche Phosphorsäure 17,62 5,08
Schwefelsäure 1,76 4,38
Chlor 2,81 6,77
Sand, Glimmer und Kieselsäure 30,69 11,55
–––––––––––––––––––––––––––––
100,63 101,53
Dem Chlor entsprechender Sauerstoff 0,63 1,53
–––––––––––––––––––––––––––––
100 100
Stickstoff 2,83 Proc. 8,43 Proc.

Da in der mit Säuren behandelten Asche dieser Proben eine große Menge aller für den Peru-Guano charakteristischen Diatomeen aufgefunden wurde, so lag hier unzweifelhaft Peru-Guano vor.

Der gegenwärtig in Belgien eingeführte Peru-Guano unterscheidet sich vom Chinchas-, Ballestas-, Guanapé-Guano durch eine Verminderung des Glühverlustes, durch eine beträchtliche Vermehrung des in Säure unlöslichen Theiles, durch einen hohen Gehalt an in Wasser sofort auflöslicher Phosphorsäure und durch einen hohen Gehalt an Kali, welcher zwei bis dreimal höher ist, als in dem Guano von ehemals. Wenn nun zwar einerseits die Steigerung des Kali- und Phosphorsäuregehaltes einen entschiedenen Vortheil darbietet und beweist, daß der dem Guano gemachte |616| Vorwurf, die Ackererde an mineralischen Pflanzennährstoffen zu erschöpfen, gegenwärtig nicht mehr stichhaltig ist, so ist anderseits die fortwährende Verminderung des Stickstoffgehaltes eine Thatsache von hoher Bedeutung.

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