Titel: Ueber das Vorkommen von Methylanthracen im Steinkohlentheer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 225/Miszelle 20 (S. 616)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj225/mi225mi06_20

Ueber das Vorkommen von Methylanthracen im Steinkohlentheer.

F. R. Japp und G. Schultz (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1049) haben im Steinkohlentheer Methylanthracen nachgewiesen. Sollte derselbe in größeren Mengen im käuflichen sublimirten Anthracen enthalten sein, so würde dieser Umstand für die Fabrikation des künstlichen Alizarins nicht ohne Bedeutung sein. Bekanntlich wird der Gehalt an Anthracen durch die Ueberführung in Anthrachinon und Wägen des letzteren bestimmt (vgl. 1877 225 92). Diese Oxydation wird bei der Analyse jedoch in Eisessig mit Chromsäure vorgenommen, also unter anderen Bedingungen als die nachherige Darstellung des Anthrachinons im Großen. Nun ist aber das Methylalizarin ein ebenso guter Farbstoff wie das Alizarin; bei der Chinondarstellung entsteht Methylanthrachinon neben Anthrachinon (also später Methylalizarin neben Alizarin), während bei der Analyse nur das Anthrachinon gewogen wird, da die Anthrachinon-Carbonsäure durch Behandlung mit Alkalien in Lösung geht. Es würde daraus folgen, daß das Anthracen bei einem Gehalte an Methylanthracen unter seinem Werthe bezahlt wird. Mit Bestimmtheit ist im käuflichen Alizarin eine Verbindung des Methylanthracens noch nicht nachgewiesen worden. Vielleicht ist die Purpuroxanthincarbonsäure von E. Schunk und H. Römer (1877 224 659) ein Derivat dieses Kohlenwasserstoffes.

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