Titel: Stewart's Schiffchenbewegung an Nähmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226 (S. 247–248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/ar226063

Neue Vorrichtung zur Schiffchen-Bewegung an Nähmaschinen.

Mit einer Abbildung auf Taf. VI [a/4].

In den Doppelsteppstich-Nähmaschinen hat das Schiffchen, welches den unteren Faden führt, gewöhnlich nur eine Spitze, mit der es in die Schleife des obern Fadens einfährt, um den unteren Faden durch diese Schleife hindurch zu ziehen. Bei jedem Stiche muß deshalb das Schiffchen eine entweder geradlinige oder im Kreisbogen schwingende hin und hergehende Bewegung machen. Während seines Hinganges arbeitet es, indem es den Faden in seine richtige Lage führt; beim Rückgang aber läuft es leer, um für den folgenden Stich selbst wieder in die richtige Stellung zu kommen. Zur Vermeidung des leeren Rückganges hat man nun Schiffchen construirt, in denen beide Enden zugespitzt sind, wie E in Figur 25 zeigt, und mit welchen man beim Hingange zu einem Stiche und beim Rückgange zum nächsten Stiche den Unterfaden durch die Schleife des Oberfadens führt.

Die Figur 25 ist eine Ansicht der Grundplatte der Nähmaschine von unten; das Schiffchen E liegt auf der Tragplatte f eines Winkel-Hebels FF', stößt mit seiner Rückwand an zwei Bolzen und mit der Vorderwand an die Führungsleiste BB' an; an der oberen Seite endlich wird es durch einen leicht aufdrückenden drehbaren Arm nach unten gehalten, damit es sich durch den Fadenzug nicht hebt, wenn der Schieber in der Oeffnung der Grundplatte einmal hinweg gezogen sein sollte. Die Nuthscheibe G für den Antrieb des Schiffchenhebels FF' hat zwei Nuthen, welche auf der Hälfte des Umfanges rechtwinklig zur Achse laufen und auf der andern Hälfte sich kreuzen; das Hebelende F' wird daher während einer halben Umdrehung der Triebwelle A still stehen und während der andern halben Umdrehung nach rechts oder links verschoben werden. Das Schiffchen E verrichtet also während einer Umdrehung der Wells A seinen Hingang und während der folgenden seinen |248| Rückgang; während einer solchen Drehung geht auch die Nähnadel wie gewöhnlich einmal auf und nieder, es wird also ein Stich gebildet, denn die Nuthscheibe C für den Nadelarm D ist auf der einen Hälfte nach links und auf der andern nach rechts hin ausgebogen.

Durch Vermeidung des leeren Schiffchenrückganges, welcher in den gewöhnlichen Maschinen immer mit dem Heben der Nadel zusammenfällt, ist in der neuen Einrichtung die Möglichkeit gegeben, immer nur je eine Arbeit auf einmal zu verrichten; entweder wird die Nadel bewegt und das Schiffchen liegt still oder letzteres wird verschoben und die Nadel bleibt in Ruhe. Die Maschine erfordert also nicht verschieden, sondern nur gleichmäßig starke Betriebskraft und hat gleichmäßigen Gang. Für diese Neuerung wurde nach der Politechnic Review, September 1877 S. 110 von S. M. Stewart in New-Harrisburg (Ohio) ein amerikanisches Patent genommen, welches von J. M. Perdue und Comp. in Minerva, Stark County, Ohio, verwerthet wird.

G.

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