Titel: F. Fischer, über Bohlig's Speisewasser-Reinigung.
Autor: Fischer, Ferd.
Fundstelle: 1877, Band 226 (S. 530–531)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/ar226136

Bemerkungen zu Bohlig's Speisewasserreinigung; von Ferd. Fischer.

Vorstehende Ausführungen des Hrn. Bohlig veranlassen mich zu folgenden Gegenbemerkungen. Zunächst habe ich niemals bestritten, daß es immerhin noch ein Unterschied sei, eine Reaction zu kennen und sie praktisch anzuwenden. Ferner habe ich nicht behauptet, der Nachweis, es liege hier nur geglühter Magnesit vor, sei mir besonders schwer gefallen; die Untersuchung war in der That sehr leicht. Dagegen muß ich entschieden |531| in Abrede stellen, als ob ich dies bereits vor Abfassung meiner Arbeit (Ende August) von anderer Seite erfahren hätte. Mir lagen nur die Schrift von Wirth und die beiden erwähnten Briefe (S. 97 und 99 d. Bd.) vor, in denen hiervon keine Rede ist. Auch ein Brief von Wirth und Comp.1) (26. October d. J.) bestätigt, daß selbst der „alleinige Verkäufer des Bohlig'schen Kesselsteinmittels“ noch jetzt nicht weiß, daß er gebrannten Magnesit verkauft, oder daß er dies wenigstens entschieden in Abrede stellt.

Ferner bezweifle ich noch heute, daß alle Magnesia zur Wirkung kommt, da sie wegen ihrer Unslöslichkeit von dem gebildeten Schlamm eingehüllt wird. – Jedenfalls ist meine Annahme, daß es sich hier um ein nicht preiswürdiges Geheimmittel handelte, im Wesentlichen bestätigt.

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Wirth und Comp. schreiben in Folge meiner Arbeit u.a.: „... Sie haben übrigens das Präparat analysirt, also müssen Sie wissen, wie es wirkt. Dazu bedurfte es keiner Versuche. Wenn letztere nun ungenügend ausgefallen sind, so kann es nur von irgend einem Fehler, der vorgekommen, herrühren, sei es nun, daß uns von der Gummi-Kamm-Fabrik dort ein anderes Wasser geschickt, oder falsches Präparat geschickt. Sie geben an, daß es Magnesiumoxyd gewesen sei, während es natürlicher Weise kohlensaure Magnesia sein mußte. Wir haben Hrn. Bohlig veranlaßt, Ihnen darüber zu schreiben, und bitten dem fraglichen Aufsatze im Polytechnischen Journal wenigstens die Bemerkung beizufügen, daß ein Versehen vorgekommen zu sein scheine. – Besser wäre es freilich gewesen, Sie hatten uns vorher Nachricht gegeben, bevor Sie derartige Dinge in die Welt hinausschickten.“

Ein derartiges Versehen liegt selbstverständlich nicht vor.

F.

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