Titel: Ueber die Bereitung des Stickstoffes; von W. Gibbs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 18 (S. 215)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi02_18

Ueber die Bereitung des Stickstoffes; von W. Gibbs.

Man findet in allen Lehrbüchern eine Methode zur Stickstoffbereitung, welche auf der Zersetzung des salpetrigsauren Ammoniaks beruht. Diese Methode ist aber in der Praxis werthlos, weil man vollkommen reines Salz anwenden muß, und weil selbst bei der Zersetzung eines reinen Salzes, dessen Bereitung sehr mühsam ist, Spuren von Stickoxyd fast unvermeidlich sind. Mischt man eine Lösung von käuflichem salpetrigsaurem Natron NaNO₂ mit einer Lösung von schwefelsaurem oder salpetersaurem Ammoniak, so entsteht in der alkalischen oder neutralen Lösung fast gar keine Zersetzung. Setzt man ein wenig Essigsäure zu, so entsteht ein Aufbrausen, aber der frei werdende Stickstoff enthält eine bedeutende Menge des Oxydes. Man vermeidet diesen Uebelstand vollständig dadurch, daß man dem Gemenge der beiden Salzlösungen eine starke Auflösung von saurem bis chromsaurem Kali K₂Cr₂O₇ zusetzt, bis das freie Alkali neutralisirt und ein ziemlich großer Ueberschuß des chromsauren Salzes vorhanden ist. Dann erwärmt man das Ganze und erhält reinen Stickstoff unter Aufbrausen so leicht wie Kohlensäure. Enthalten aber die angewendeten Salze Chlor, selbst in geringen Mengen, so hat der Stickstoff einen eigenthümlichen Geruch, ganz ähnlich dem Geruch, den man bei der Mischung von Chlorkalk mit der Lösung eines Ammoniaksalzes erhält. In diesem Falle ist es nur nöthig, den Stickstoff mit Kalk oder Natronlösung zu waschen, um ihn vollkommen rein zu erhalten. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 1387.)

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