Titel: Ch. Stewart's Intercommunicationssignal für Eisenbahnzüge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 1 (S. 321)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi03_1

Ch. Stewart's Intercommunicationssignal für Eisenbahnzüge.

Ein neues Intercommunicationssignal für Eisenbahnzüge war kürzlich in London von dem Erfinder Ch. Stewart ausgestellt. Es besteht in seiner einfachsten Gestalt in einer aufgerollten Fahne, welche für gewöhnlich in einer Hülse unterhalb des Wagendaches eingeschlossen ist. Zwei Kautschuk- oder Spiralfedern haben das Bestreben, den Stock der aufgerollten Flagge aus der Hülse herauszuschnellen, werden jedoch für gewöhnlich durch eine Falle daran gehindert, welche in das hintere Ende des Flaggenstockes eingreift. Von dieser Falle geht eine Schnur längs der Decke des Wagens durch alle Coupées hindurch, derart, daß man nur die Schnur anzuziehen braucht, um sofort die Falle auszulösen. Dann tritt die Flagge aus ihrer Hülse heraus, rollt sich in Folge der Stöße des Waggons und einer an ihrem Ende angebrachten Belastungsstange auf und gibt somit ein weithin sichtbares Zeichen, welches sowohl vom Zugpersonal, als auch von den Wächterhäusern und Stationen aus bemerkt werden kann.

Es ist dies in Folge der Bewegungen, welche die Flagge unter dem Einflusse des Luftzuges macht, jedenfalls auffallender und weiter sichtbar wie die festen Signalscheiben, welche bis jetzt in Anwendung gekommen sind, und wenn gleichzeitig mit dem optischen ein akustisches Signal in Gestalt irgend einer Knallvorrichtung verbunden würde, zweifeln wir nicht, daß sich die Stewart'sche Einrichtung in Folge ihrer Billigkeit und Wirksamkeit rasch verbreiten müßte. Statt dessen wird jedoch von dem Erfinder eine elektrische Communication zwischen dem ganzen Zuge empfohlen, welche in bekannter Weise, nachdem der Strom durch das Ausschnellen der Flagge geschlossen ist, ein Läutewerk auf der Locomotive oder im Hüttelwagen in Thätigkeit setzt. Dies erfordert selbstverständlich die Anbringung eines eigenen Leitungsdrahtes mit den entsprechenden Kupplungen, wodurch beim Zusammenstellen und Ausrangiren der Züge die Manipulation nicht unbedeutend erschwert wird.

R.

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