Titel: Anwendung von Zink gegen Kesselsteinbildungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 7 (S. 323–324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi03_7

Anwendung von Zink gegen Kesselsteinbildungen.

Im Deutschen Wollengewerbe, 1877 S. 471 bespricht Ingenieur Abel die in diesem Journal (1876 220 172) mitgetheilten Versuche über Verhütung von Kesselsteinbildungen und bestätigt die Wirkungslosigkeit der Geheimmittel und Kesselsteinpulver, empfiehlt dagegen gute Vorwärmer und die Reinigung nach de Haen und Schulze. Abel hat ferner eine ganze Reihe von Versuchen bei Dampfkesseln der Mitglieder des Vereines der deutschen Wollenwaarenfabrikanten mit Zink gemacht |324| (vgl. 1876 222 166), jedoch hatten alle durchaus keinen Erfolg; er meint daher mit Recht, das Zink verhindere die Bildung von Kesselstein nicht.

Frerichs (Zeitschrift für das chemische Großgewerbe, 1876 S. 21) macht den eigenthümlichen Einwurf, daß bei den erwähnten Versuchen mit Zink eine gesättigte Lösung von schwefelsaurem Calcium angewendet sei, da doch in der Technik das Speisewasser in den wenigsten Fällen mehr als ein Fünftel dieser Menge an Calciumsulfat enthalte. Er hat dabei offenbar übersehen, daß sich durch Verdampfung denn doch sehr bald im Kessel eine gesättigte Lösung bilden muß, ja daß von einer Ausscheidung von schwefelsaurem Calcium überhaupt nicht früher die Rede sein kann (also auch nicht von einer Kesselsteinbildung durch diese Verbindung), als nicht eine völlig gesättigte Lösung vorhanden ist. Referent kann daher nicht zugeben, daß die Versuche unter Bedingungen angestellt seien, welche von der Praxis allzu sehr abweichen, wie Frerichs meint. Im Gegentheil haben die hervorragendsten Ingenieure deutscher Kesselrevisionsvereine theils schriftlich (Weinlig, Magdeburg und Eckermann, Hamburg), theils mündlich (Grabau, Hannover und Isambert, Mannheim) dem Verfasser die Uebereinstimmung ihrer Beobachtungen in der Praxis mit den erwähnten Versuchen ausgesprochen.

F. F.

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