Titel: Conserviren von Obst.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 9 (S. 324–325)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi03_9

Conserviren von Obst.

Bekanntlich leben Früchte noch einige Zeit, nachdem sie vom Stamme getrennt sind, fort, und zwar hängt die Dauer dieses eigenthümlichen Gährungsprocesses von der mehr oder weniger vorgeschrittenen Reife ab. Durch dieses Fortleben der Zellen |325| wird ein Theil des Zuckers in Alkohol und Kohlensäure zerlegt. Nach G. Lechartier und F. Belamy (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 1035) lieferte z.B. ein Apfel von 49g Gewicht innerhalb 7 Wochen 400cc Gas, dann hörte die Gasentwicklung auf. U. Gayon (Daselbst S. 1036) erhielt in 6 Wochen mit zwei andern Aepfeln 305 und 376cc Gas. Die Lebensthätigkeit der Apfelzellen wird aber völlig zerstört und damit jede Gährung verhindert, wenn man die Aepfel in einer Luft aufbewahrt, welche etwas Phenol, Chloroform, Aether oder Blausäure enthält; weniger kräftig wirken Kampfer und Schwefelkohlenstoff.

Referent kann hinzufügen, daß er bereits seit 2 Jahren hin und wieder auf dem Boden seines Apfelkellers einige Tropfen reines Phenol bringt; die Aepfel halten sich dann bis Juli frisch. Nur darf man in dem betreffenden Raume keine Butter aufbewahren, da diese leicht einen Rauchgeschmack annimmt.

F.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: