Titel: Die Kupferwerke der „Russia Copper Company“ am Ural.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 10 (S. 553)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi05_10

Die Kupferwerke der „Russia Copper Company“ am Ural.

Zur Verschmelzung der Kargalinsky'schen Kupfererze (Kupfercarbonate im Permischen Sandstein mit 3 bis 4 Proc. und weniger Kupfergehalt) dienten bislang einförmige Schachtöfen, die bei bedeutendem Zeit- und Brennmaterialaufwand Schwarzkupfer erzeugten, welches im Spleißofen gar, dann im kleinen Herd hammergar gewacht wurde. Georg Maynard ist von der englischen Gesellschaft, welcher die Werke gehören, berufen, um dieselben zeitgemäß zu verbessern, und hofft derselbe, wesentlich günstigere ökonomische Resultate zu erzielen durch Herstellung von Pilz'schen mehrförmigen Rundöfen, Anwendung heißer Gebläseluft, Zurichtung der Beschickung nach auf chemische Untersuchung der Erze etc. basirten wissenschaftlichen Grundsätzen und unmittelbare Herstellung von Raffinadkupfer aus Schwarzkupfer. Auch soll versucht werden, das Schwarzkupfer auf magneto-elektrischem Wege zu reinigen, wie solches mit Wilde's Maschine auf Elkington's Werken zu Pembrey und mit Gramme's Maschine auf dem Continent geschieht. Zu Pembrey werden täglich 1t,5 Kupfer auf diesem Wege raffinirt, wobei Verunreinigungen der Erze keinen Einfluß auf die Kupferqualität haben. Man läßt das flüssige Schwarzkupfer in Formen laufen und sich zu Platten bilden, welche mit dem positiven Pol in Verbindung in ein Säurebad gebracht werden, während der negative Pol aus einem dünnen Blech von reinem Kupfer besteht. Sobald der Strom geschlossen ist, löst sich das Schwarzkupfer auf und am negativen Pol schlägt sich reines Kupfer nieder. Sobald letzteres ein hinreichend dickes Blech gegeben hat, wird dasselbe geglüht und ausgewalzt, oder man schmilzt dasselbe ein und gießt es in Blöcke. Die Unreinigkeiten setzen sich als Schlamm zu Boden. In einigen Districten (z.B. von Voskresensky) kommen nach Art der Kiesel abgerundete Kupfererze (pebble ore) von Sandkorn- bis Eigröße vor, zusammengekittet mit Lasur und Malachit und Kupfersilicaten. Diese Erze mit einer Spur bis zu 6 Proc. Kupfergehalt haben sich bisher nicht mit Vortheil verschmelzen lassen und soll dafür der nasse Proceß, Extraction mit Schwefelsäure und Fällen des Kupfers durch Eisen oder auf galvanischem Wege, eingeführt werden, nachdem von Rickard angestellte Versuche günstige Resultate ergeben haben. Die Schwefelsäure soll mittels Kupfer- und Schwefelkies von Uvarajinsky dargestellt werden. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1877 S. 287.)

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