Titel: Die aufwärts steigenden Strahlen des Niagara.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 4 (S. 550)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi05_4

Die aufwärts steigenden Strahlen des Niagara.

Es wurde schon öfters erwähnt, und ist in der That so auffallend, daß es kaum einem Besucher des Niagarafalles entgehen könnte, daß aus der Tiefe, in welche sich die Wassermassen 50 und 60m hoch hinabstürzen, bisweilen Wasserstrahlen springbrunnartig hinaufgeschleudert werden derart, daß sie selbst den obern Wasserspiegel übersteigen. Dieses Phänomen wird nun von W. H. Barlow dahin erklärt, daß das in einer mittleren Dicke von 5m compact überfallende Wasser während des Fallens in mehr oder minder große Wasserklumpen aufgelöst wird, welche sich unter Umständen wieder vereinigen, und dabei Luft einschließen. Die eingeschlossene Luft wird beim Auffallen enorm comprimirt, zersprengt endlich die Wasserhülle und schleudert so diese merkwürdigen Wasserstrahlen den nachkommenden Fluthen aus der Tiefe entgegen. In seinem vor der Royal Society in Plymouth gehaltenen Vortrage begründet Barlow diese Hypothese des weiteren noch dadurch, daß die Wasserstrahlen, welche durch submarine Torpedoversuche oder Sprengungen aufgeworfen werden, genau die gleiche Form darbieten wie die „aufsteigenden Strahlen des Niagarafalles“.

M.

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