Titel: Befestigung von Radreifen auf Eisenbahnrädern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 5 (S. 550–551)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi05_5

Befestigung von Radreifen auf Eisenbahnrädern.

Auf der Moskau-Nijni-Eisenbahn werden seit längerer Zeit die Radreifen nicht mehr mittels Feuer sondern durch Eintauchen in heißes Wasser vorgewärmt, um sie auf den etwas größern Durchmesser der Radsterne aufzubringen. Zu diesem Zwecke befindet sich nächst einem Dampfkessel ein eiserner Behälter; das darin enthaltene Wasser wird durch Einleiten von Dampf auf 100° erhitzt und dann der Reifen eingetaucht. Nach 10 bis 15 Minuten wird er mit Hilfe eines Krahnes ausgehoben und auf den Radstern gebracht; zur Operation genügen 3 Arbeiter, welche in 11 Stunden 12 bis 14 Reifen aufbringen können. Die Differenz der Durchmesser beträgt 3/4mm für je 1m im Durchmesser; wird der Tyre weiter ausgedreht, so ist Gefahr des Losewerdens, während bei noch größerer Differenz der Durchmesser |551| die Erwärmung nicht genügt, um den Reifen aufzubringen. Es wird behauptet, daß die Erwärmung durch heißes Wasser vor der Erwärmung im Ofen oder durch Gasflammen den Vorzug größerer Gleichmäßigkeit besitze. In Folge dessen sind auf der angeführten Eisenbahn Beobachtungen angestellt worden, aus denen sich ergab, daß von den nach alter Methode aufgezogenen Tyres in 6 Jahren 37 Proc. lose und 5 Proc. gebrochen wurden, während die mit heißem Wasser vorgewärmten Reifen in 3 Jahren mit weniger als 1 Proc. lose wurden und nur ein Stück davon brach.

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