Titel: Ueber Nickelgewinnung; von H. Lundborg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 11 (S. 643–644)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi06_11

Ueber Nickelgewinnung; von H. Lundborg.

Wiewohl an und für sich nur ein Rohmaterial der Neusilberfabrikation, nennt man doch das mit Kupfer legirte Nickel raffinirtes Nickel, sobald es von fremden schädlichen Beimengungen gereinigt ist. Der Nickelgehalt beim galvanischen Versilbern schwankt von 4 bis 15 Proc.; mit dem Gehalte steigt die Härte, auch wird die Farbe Heller. Raffinirtes Nickel erscheint im Handel als sogen. Pulvernickel, als Würfelnickel und zuweilen als Granulirnickel. Es besteht aus sehr verschiedenen Legirungen zwischen mehr oder weniger mit Kobalt gemengtem Nickel und Kupfer, und variirt der Nickelgehalt von 50 bis 95 Proc. Bei der Argentanfabrikation soll schon 1 Proc. Eisengehalt schädlich sein, nicht minder ein Schwefelgehalt von 0,1 Proc. des Nickelgehaltes.

Die Werke, welche veredeltes Nickel erzeugen, sind sehr wenige; die meisten derselben gewinnen auch Kobaltpräparate. In Deutschland und Oesterreich erzeugen |644| Nickel: Fleitmann-Witte zu Iserlohn und Schwerte. Schneeberg, Oberschlema und Pfannenstiel in Sachsen; Matthes in Schneeberg; „Victoriahütte“ in Schlesien; „Editha-Blaufarbenwerk“ in Schlesien; Schladming in Steiermark und Brixlegg in Tyrol. Von diesen werden nur die beiden zuerst aufgeführten Werte in großem Maßstabe betrieben, während die übrigen untergeordnet sind. Alle diese Werke verarbeiten fast ausschließlich aus dem Auslande bezogene Rohstoffe, Erze und Steine aus Schweden, Norwegen, Piemont, Ungarn und Südamerika. Nur ganz ausnahmsweise besitzt Deutschland Speiskobalt, Kupfernickel, Kobalt- und Nickelglanz; diese Erze halten aber 15 bis 35 Proc. Nickel und Kobalt. Obgleich eisenreiche Schwefelmetalle oft fehlen, so wird der nasse Weg doch nur an einer Localität angewendet. Arsenikhaltige Erze verschmilzt man auf Speise; für schwefelhaltige Erze benutzt man das gewöhnliche Suluschmelzen, welches einen mehr oder weniger nicket- und kobalthaltigen Stein liefert, der durch wiederholtes Rösten und Schmelzen concentrirt wird, wobei sich das Eisen verschlackt; oder man röstet den pulverisirten Stein und löst ihn in Säuren, um dann die oxydirten Bestandtheile nach einander durch verschiedene Fällungsmittel abzuscheiden. Die auf diese oder jene Weise erzielten Endproducte können sein: Granulirtes Nickel; Pulvernickel, beide mit verschiedenem Nickelgehalt; Würfelnickel, welches auf trockenem Wege mit 60 bis 80 Proc. Nickelgehalt erlangt wird, das aber durch Reduction des auf nassem Wege gefällten Nickeloxydes mit 95 bis 98 Proc. Nickelgehalt sich soll erzielen lassen; und endlich Farben von Nickel- und Kobaltsalzen, die man ausschließlich durch Fallen aus Lösungen erhält. Von diesen werden viele verschiedene Arten gewonnen, die in der Glas- und Porzellanindustrie täglich mehr zur Anwendung kommen. (Nach der Berg- und hüttenmännischen Zeitung, 1877 S. 300.)

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