Titel: Ueber das Celluloid.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 14 (S. 646)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi06_14

Ueber das Celluloid.

Einer längern Abhandlung über das sogen. Celluloid (vgl. 1877 225 520). von J. Cloüet (Bulletin de la Société de Rouen, 1877 p. 36) entnehmen wir Folgendes über die Herstellung desselben. Ein fortdauernd abgewickelter Papierbogen wird mit einem Gemisch von 5 Th. Schwefelsäure und 2 Th. Salpetersäure behandelt, gut ausgewaschen, abgetrocknet und das so erhaltene Pyroxylin mit Kampher gemischt und gepreßt.

Bis jetzt bestand nur eine Celluloidfabrik und zwar in Newark (New-Jersey, Nordamerika); doch wird jetzt auch in Stains bei St. Denis in Frankreich eine solche errichtet. Dasselbe wird zu Billardkugeln, Schirmgriffen, Kämmen, Spielsachen, Messergriffen, Bruchbändern, sogar zu künstlichen Gebissen verarbeitet. Die amerikanische Gesellschaft benutzt die Masse auch als Bindemittel für Schmirgelschleifsteine.

Referent hatte neulich Gelegenheit, sich von der Feuergefährlichkeit des Celluloids zu überzeugen. Eine rothe Brosche entflammte sofort, bei Berührung mit einem brennenden Zündhölzchen, glimmte nach dem Ausblasen fort und entwickelte einen unausstehlichen Kampfergeruch. Vor Anwendung desselben kann daher nur gewarnt werden.

F.

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