Titel: Vorrichtung zur Verhütung des Zerschlagens der Ventile und Ventilsitze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1877, Band 226/Miszelle 2 (S. 640–641)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj226/mi226mi06_2

Vorrichtung zur Verhütung des Zerschlagens der Ventile und Ventilsitze.

Zu diesem Gegenstand, welcher im vorigen Jahrgang * Bd. 222 S. 216 aufgenommen ist, bringt „Glückauf“ nachstehende Berichtigung.

Die vornehmste Ursache des starken Verschleißes von Pumpenventilen, welcher hier durch „Ventilverschlag“ bezeichnet ist, bilden allerdings die Stöße, welchen dieselben |641| beim Schließen ausgesetzt sind, und die Verminderung oder Vermeidung derselben ist bei der Construction einer mit hohem Druck arbeitenden Pumpe eine Hauptaufgabe. Die sichersten Wege hierzu, welche sich auch in der Praxis bewährt haben, sind: 1) Die Ventile müssen bei möglichst geringem Hub einen möglichst großen Durchgangsquerschnitt öffnen; 2) dieselben müssen schon geschlossen haben, bevor der Rückgang des Kolbens beginnt. Zur Erreichung des ersten Zweckes hat sich das Etagenventil gut bewährt, welches aus mehreren über einander liegenden Ringen besteht; und um den zweiten zu erreichen, hat man kräftige Spiralfedern angewendet, welche durch ihren Druck von oben auf das Ventil ein sofortiges Schließen bewirken, wenn der Kolben auf dem Hubwechsel still steht.

Eine Feder oder ein Gummikissen, von unten nach oben wirkend, würde genau den entgegengesetzten Effect bewirken, indem das Ventil dadurch am Zufallen gehindert ist, also erst durch das zurücktretende Wasser dazu gezwungen wird, was stets einen heftigen Stoß erzeugt. Diesen zu vermindern, vermag eine von unten wirkende Spiralfeder nicht, denn sie darf doch nicht so stark sein, daß der auf dem Ventil lastende Druck annähernd aufgehoben wird (der nebenbei bei unterirdischen Wasserhaltungen bis zu 10000k beträgt und wofür eine Feder zu construiren wohl schwierig sein dürfte), und wenn sie nur für einen geringen Theil, etwa für 1/10, genügt, so ist sie ganz nutzlos. Der Erfinder dieser soweit ganz zwecklosen Vorrichtung scheint auch nicht daran gedacht zu haben, daß Gummi oder Kautschuk, in einen geschlossenen Raum gepreßt (wie auf der Zeichnung angegeben), so unelastisch ist wie Wasser, also gar keinen Buffer abgibt.

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