Titel: Fox' elektrischer Gasanzünder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228 (S. 324–326)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/ar228109

Fox' elektrischer Gasanzünder.1)

Mit Abbildungen auf Tafel 23.

Ein Versuch der Gas Light and Coke Company in Fulham mit dem automatischen Gasanzünder von George Lane Fox ist sehr günstig ausgefallen.

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Fox benutzt einen einzigen, von Lampe zu Lampe weitergehenden Draht zum Umdrehen des Hahnes und zum Anzünden des Gases. Dazu hat jede Lampe eine kleine Inductionsspule gewöhnlicher Art, doch ohne Condensator und Stromunterbrecher. Die primäre Wickelung aller Inductoren liegt in dem Linienstromkreise; die secundäre Wickelung endet einerseits an dem Gasrohre, andererseits nahe an dem Brenner. Die Umdrehung des Hahnes besorgt ein permanenter Magnet, welcher bei Magnetisirung des Kernes der Spule mittels eines mäſsig starken Stromes sich um seine Achse dreht und das Gas austreten läſst. Wird dann ein kurzer kräftiger Strom durch die Leitung gesendet, so entzünden die in den secundären Wirkungen inducirten Ströme in allen Lampen das Gas. Sendet man endlich einen Strom von entgegengesetzter Richtung durch die Leitung, so schlieſst der permanente Magnet den Gashahn. Den kurzen kräftigen Strom zur Entzündung erzeugt Fox mittels eines sehr groſsen Condensators.

Fig. 11 bis 13 Taf. 23 zeigen die in mehreren Ländern patentirte Anordnung in verschiedenen Ansichten. Das Gasrohr a setzt sich in k bis zum Brenner l fort; beide Theile verbindet der hohle viereckige Rahmen b, der mit d auf a aufgeschraubt wird und bei c den in Fig. 15 und 16 Taf. 23 abgebildeten Hahn aufnimmt; die Wege f des zunächst in c steckenden Rohres e (Fig. 17) entsprechen den Wegen g des Rahmens b; der Wirbel h (Fig. 18) mit den Wegen i ist hohl; zum Oeffnen und Verschlieſsen ist nur eine geringe Drehung von h erforderlich, welche der Magnetstab o (Fig. 14) bewirkt, indem er mittels der Vorsprünge p, p auf den durch den Ansatz m an h gesteckten Stift wirkt, wenn er, je nach der Richtung des durch die Leitung w und die inducirende Wickelung gesendeten Stromes angezogen oder abgestoſsen, sich mit dem mittels der Schraube r in ihm befestigten Zapfen q in dem vom Holzstabe t getragenen Näpfchen s in dem einen oder dem andern Sinne dreht. Die Spule u enthält die Inductionsrollen r, deren Kern aus einem Bündel von Eisendrähten besteht, darüber zwei Lagen übersponnenen Kupferdrahtes (etwa Nr. 20 Birminghamer Lehre) und darüber 10 bis 15 secundäre Windungen (etwa Nr. 40) besitzt; von dem einen Ende der secundären Windungen führt der isolirte Draht x durch den Steingutträger y (Fig. 11 und 19) nach einer Platinspitze gegenüber dem Brenner l; das andere Ende wird mit dem Rahmen b verbunden.2) Die weichen Eisendrähte des Kernes stehen beiderseits knapp 1cm über die Spule u vor, welche an Holzsträgern z befestigt ist, die mittels der Schrauben z' an dem Rahmen b angeschraubt sind. Der ganze Apparat nimmt nur einen Raum von 63mm Höhe und Breite ein.

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Fox brachte in der Station Fulham diese Einrichtung im Frühjahr 1877 an etwa 40 Lampen an. Bis December 1877 (etwa 8 Monate hindurch) ging alles ganz gut, und der Versuch sollte noch die Wintermonate hindurch fortgesetzt werden. Die Ersparnisse werden auf 20 M. für die Lampe auf 1 Jahr berechnet. (Telegraphic Journal, 1877 Bd. 5 S. 304.)

Vgl. 1878 227 506. 1876 219 238. * 220 314.

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Engineer, 1878 Bd. 45 S. 29 bildet auch das zweite Ende bis etwas über den Brenner hinaufführend und in eine Platinspitze endend ab, so daſs der Funken zwischen zwei Spitzen überspringt.

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