Titel: Erstes Bauxitvorkommen im Deutschen Reiche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 11 (S. 93)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi01_11

Erstes Bauxitvorkommen im Deutschen Reiche.

Bei dem Dorfe Mühlbach in der Nähe von Hadamar (Hessen-Nassau) findet sich nach einer Mittheilung von C. Bischof Bauxit; derselbe besteht nach einer Analyse von C. Holthof aus:

Thonerde 32,46
Kieselsäure (chemisch gebunden) 6,68
Magnesia 0,44
Kalk sehr geringe Spuren
Eisenoxyd 38,04
Kali 0,43
Natron 0,21
Gangart und Sand 0,73
Phosphorsäure 0,27
Glühverlust 19,90
–––––––
100,06.

Dieser nassauische Bauxit, welcher aus wallnuſs bis eigroſsen, theils dichten, leberartigen und theils zerfressenen, feinlöcherigen, äuſserlich mitunter abgerundeten Rollstücken von rothbrauner Farbe besteht, gehört demnach zu den an Thonerde ärmeren und an Eisenoxyd reicheren.

Nach der von C. Bischof (Notizblatt des deutschen Vereines für Fabrikation von Ziegeln, Thonwaaren, Kalk und Cement, 1877 S. 309) ausgeführten pyrometrischen Untersuchung, schmilzt dieser Bauxit in Platinschmelzhitze zu einer eisen schwarzen Schlacke zusammen und kann daher als solcher hochfeuerfesten Ansprüchen nicht genügen. In heller Rothglühhitze hält sich das Material völlig und brennt sich zu einer sehr gleichmäſsigen und reinen, dunkel eisenblauen Masse, welche auf dem Bruche noch einsaugend ist; es schwindet dabei 19,5 Proc. linear, also sehr bedeutend.

Unter bekannten Bauxiten nähert sich der nassauische Bauxit am meisten dem dunkelbraunen Bauxit aus Pitten bei Wiener-Neustadt, Niederösterreich, und dem rothbraunen aus Feistriz, Krain (vgl. 1867 184 329), welcher letztere aber Kieselsäure-haltiger ist.

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