Titel: Ueber die Darstellung von Walzeisen nach der abgeänderten Methode Comtoise's.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 15 (S. 94–95)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi01_15

Ueber die Darstellung von Walzeisen nach der abgeänderten Methode Comtoise's.

Salzard gibt im Moniteur industriel belge, 1877 S. 431 eine vergleichende Uebersicht über die in der Haute-Marne schon seit lange übliche Methode der Stabeisenfabrikation, welche nach ihrem Erfinder Comtoise benannt wird. Dieses Verfahren, welches schon zu Anfang der dreiſsiger Jahre in dem genannten Departement allgemein eingeführt war, bestand ursprünglich darin, Roheisen mit Holzkohlen zu frischen und unter dem Hammer zu Handelseisen auszuschmieden. Vor 45 Jahren waren in der Haute-Marne schon einige 70 solcher Frischfeuer in Thätigkeit mit einer Jahresproduction von über 11000t. Man verbrauchte damals auf 1t fertiges Eisen etwa 1430k Roheisen und 1840k |95| Holzkohlen und erzielte einen Verkaufspreis von 304 bis 364 M. für gewöhnliche Sorten. Heute hat dieses Verfahren einen wesentlichen Umschwung erlitten, insofern als das Fertigeisen nicht mehr direct unter dem Hammer erzeugt wird, sondern, wie dieſs jetzt allgemein üblich ist, durch Auswalzen. Das Frischen des Eisens geschieht genau wie früher, worauf letzteres unter dem Dampfhammer in cylindrische Blöcke ausgeschlagen und dann durch eine Vorwalze in Stäbe umgewandelt wird. Diese werden zerschnitten, packetirt und in einem gewöhnlichen Flammofen mit Steinkohlenfeuerung erhitzt und geschweiſst, um schlieſslich zu Fertigeisen ausgewalzt zu werden. Dieses Verfahren hat an manchen Orten noch eine Vervollkommnung dadurch erhalten, daſs man das Roheisen durch verlorene Gase bis auf etwa 7000 vorwärmt. In jedem der erwähnten Frischfeuer werden etwa 1000 bis 1200k Eisen in 24 Stunden hergestellt mit einem Aufwand von 1200k Roheisen, 1120k Holzkohlen und 10,24 M. Arbeitslöhne für 1t gefrischtes Eisen; zur Umwandlung des letzteren in Fertigeisen sind erforderlich 1150k gefrischtes Eisen, 550k Steinkohlen und 9,20 M. Arbeitslöhne.

r.

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