Titel: Hervé Mangon's registrirendes Thermometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 8 (S. 90–91)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi01_8

Hervé Mangon's registrirendes Thermometer.

Unter einer Glasglocke steht eine gute Wage. Auf der einen Schale derselben steht ein Quecksilbernäpfchen, in welches die durch die Glocke hindurch gehende, von einem eisernen Ständer getragene Thermometerröhre mit ihrem untern, fein ausgezogenen Ende hineintritt. Auf der andern Schale |91| steht ein Glycerinnäpfchen, von welchem ein Glasröhrchen nach einem weitern Gefäſse führt; aus letzterem tritt das Glycerin in das Näpfchen, wenn in ersterem durch Einsenken eines Cylinders der Spiegel gehoben wird und umgekehrt. Die Registrirvorrichtung enthält zwei Triebwerke, von denen das eine oder das andere gehemmt ist, je nachdem ein Elektromagnet seinen Anker anzieht, oder dieser durch eine Feder abgerissen ist. Beide Triebwerke sind durch ein Differentialräder werk mit einander verbunden und drehen, in entgegengesetzten Richtungen, eine doppelte Schnurscheibe. Wenn die Temperatur steigt, senkt sich die Schale mit dem Quecksilbernäpfchen, der Wagebalken schlieſst einen elektrischen Strom, der Elektromagnet zieht den Anker an und die doppelte Schnurscheibe dreht sich so, daſs der an der einen Schnur hängende Cylinder in dem Gefäſse niedergeht, die andere Schnur aber von dem an ihrem Ende hängenden Gewicht fortgezogen wird und den an ihr befestigten Schreibstift über dem Papier hin nach einem zweiten Schreibstifte zu bewegt, welcher den Gang des das Papier bewegenden Uhrwerkes markirt. Das Glycerin steigt also im Gefäſs und im Näpfchen, bis sich die Wage wieder im Gleichgewicht befindet, der Strom unterbrochen wird und nun der abfallende Anker das andere Triebwerk arbeiten läſst, so daſs dieses die Schnurscheibe in entgegengesetztem Sinne dreht, den Cylinder hebt und den ersten Schreibstift vom zweiten wieder entfernt; letzteres dauert solange, bis der Spiegel im Glycerin-Gefäss und -Näpfchen so tief gesunken ist, daſs das Quecksilbernäpfchen das Uebergewicht bekommt und den Strom wieder schlieſst. Beim Sinken der Temperatur erhält das Glycerinnäpfchen das Uebergewicht und das zweite Triebwerk kommt oder bleibt in Thätigkeit.

E–e.

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