Titel: Chambon's Rechenknechte für Geldwechsler und Kaufleute.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 1 (S. 184)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi02_1

Chambon's Rechenknechte für Geldwechsler und Kaufleute.

Chambon's mechanische Rechenknechte (barêmes mécaniques) bilden eine Reihe von Instrumenten, vom einfachsten bis zum complicirtesten, mit denen man im Stande ist, verschiedene Probleme, von der Multiplication bis zur Zinsrechnung, zu lösen. Das Princip beruht auf der Abwicklung von Tabellen, welche, wie die Multiplicationstafeln, in Felder getheilt und auf zwei mittels Knöpfen drehbare Cylinder gewickelt sind. Die Resultate kommen in entsprechend angeordneten Schlitzen zum Vorschein. Es genügt, zwei dieser Instrumente zu beschreiben, um alle übrigen zu verstehen.

Das einfachste derselben ist ein für Kinder bestimmter Multiplicator. Er besteht aus einem ungefähr 15cm langen Kästchen, worin der Länge nach zwei Schlitze angebracht sind, in denen das Product der Factoren zum Vorschein kommt. Der eine Factor erscheint in dem runden Loch am Kopf der Ziffernreihe und kann durch Abwicklung von den Cylindern beliebig mit einem andern vertauscht werden. Die andern Factoren sind auf der Fläche des Kästchens selbst verzeichnet. Die auf der linken Seite des letzteren stehenden Zahlen von 2 bis 25 werden mit den Factoren 2 bis 25 multiplicirt, die man der Reihe nach in die Schlitze auf der linken Seite führt. Um zu den Multiplicatoren von 26 bis 50 aufzusteigen, muſs man sich der Ziffern bedienen, welche man in den am Kopfe der Ziffernreihen befindlichen Löchern sieht; sie multipliciren die auf den beiden Reihen rechts markirten Factoren von 26 bis 50 und das Resultat kommt gleichfalls durch Drehung der Knöpfe zum Vorschein. – Die Function des Multiplicators von 2 bis 100 ist vollkommen die gleiche, die Hantirung ebenso einfach; wenn sie etwas länger dauert, so rührt dies lediglich davon her, daſs man etwas länger abwickeln muſs, um von einer Ziffer zur andern zu gelangen.

Der Apparat zur Zinsenberechnung besteht aus einer ebenfalls mittels Knöpfen bewegbaren Walzenreihe und läſst die gesuchten Resultate in einem horizontalen Einschnitte erscheinen. Die Summe, welche die Interessen darstellen soll, ist nämlich in der linken Reihe aus den über einander stehenden Ziffern gebildet, welche die Einheiten verschiedenen Ranges von 1 bis zu 1 Million darstellen. Man stellt in dieser Reihe die das Capital darstellende Summe zusammen und erhält durch einfache Addition die gesuchten Interessen in derjenigen Verticalreihe, welche an ihrem Kopf die in Betracht kommende Zahl der Tage enthält.

Man weiſs zwar, daſs die bei der Bank angewendeten Methoden, möge es die Methode der aliquoten Theile oder die der festen Divisoren sein, zur sichern Ausführung aller Operationen genügen; demungeachtet nimmt man in vielen Fällen zum Rechenknecht seine Zuflucht, indem dieser bei erhöhter Zuverlässigkeit der Rechnung Zeit und Arbeit spart. (Nach dem Bulletin de la Société d'Encouragement, 1878 Bd. 5 S. 88.)

A. P.

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