Titel: Temperatur im St. Gotthardtunnel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 12 (S. 188–189)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi02_12

Temperatur im St. Gotthardtunnel.

Nach den Beobachtungen an dem 1269m tiefen Bohrloche in Sperenberg beträgt die Wärmezunahme für 100m bekanntlich 2,97°, die geothermische Tiefenstufe ist also 33m,7. Nach M. F. Stapff (Zeitschrift für Meteorologie, 1878 Bd. 13 S. 17) beträgt die Zunahme im St. Gotthard 2,16° für 100m, die Tiefenstufe ist also hier 46m. Im Mont-Cenis-Tunnel betrug die höchste Gesteinstemperatur in 1607m Tiefe unter der Oberfläche 29,5°, im St. Gotthard bei 1075m Tiefe 27,4°.

Daſs die isothermen Flächen im Innern des St. Gotthard wie des Mont Cenis schwächer ansteigen als die Oberfläche des Gebirges, ergibt sich aus |189| folgenden Beobachtungsergebnissen für die Zunahme der Gesteinstemperatur in der Richtung der Normalen im:


St. Gotthard
Tiefe des Tunnels unter
der Oberfläche
Tiefenstufe für 1°

301
24,0

558
42,3

1026
51,8

1165m
52,5
Mont Cenis Tiefe des Tunnels
Tiefenstufe
520
20
910
36
1370
46
1528
50.

Die Vergröſserung der Tiefenstufen für 10 Wärmezunahme von der Oberfläche des Berges nach innen mit zunehmender Entfernung vom Tunneleingange ist der Gestalt der isothermen Flächen im Innern des Gebirges zuzuschreiben und beweist nicht eine Verlangsamung der Wärmezunahme mit wachsender Tiefe in der Erde überhaupt.

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