Titel: Webschützenspindeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 2 (S. 184–185)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi02_2

Webschützenspindeln.

Ein Hauptübelstand unserer gewöhnlichen Webschützen (vgl. S. 23 d. Bd.) ist, daſs die Spindelfeder die Spule nur in der Mitte ihrer Länge festhält. Damit letztere während des Verwebens nicht locker wird, muſs die Feder ziemlich stark gespannt sein, was sehr leicht dazu führt, daſs der Weber |185| während des Spulenaufsteckens die gleichmäſsig gewundene Spulenfüllung verdrückt und in solcher Weise schädigt, daſs der Schuſsfaden bei dem nachfolgenden Abweben reiſst. Hierzu kommt noch, daſs es dem Weber oftmals nicht möglich ist, das Aufstecken der Spulen langsam und vorsichtig vorzunehmen, da er ja oft nur 1 bis 2 Minuten Zeit hat für die Auswechslung der Schützen und nicht selten auch für die Beseitigung anderer Störungen im Webstuhle. Ebenso sind zumeist die Spindeln und Federn der Webschützen insofern nicht richtig geformt, als sie die Kötzerhohlung nicht vollständig cylindrisch und glatt ausfüllen, so daſs, wenn man Garnkötzer abwebt, der Schuſsfaden an der unrunden Oberfläche der Spindel leicht hängen bleibt und reiſst; es tritt dies namentlich gegen Ende des Schuſsabwebens ein.

Diese Uebelstände beseitigen Butterworth und Brooks (Textile Manufacturer, 1877 S. 341) durch eine Schützenzunge mit Feder, welche die aufzunehmende Spule oder den Kötzer der ganzen Länge nach flach drücken und sich leicht in die Spule einschieben lassen, weil die Feder nur in niedergeschlagenem Zustande gespannt ist.

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