Titel: Verfahren zur Zugutemachung der silberhaltigen Oxyde, welche bei der Zersetzung des silberhaltigen Zinkstaubes von der Werkblei-Entsilberung entstehen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 7 (S. 186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi02_7

Verfahren zur Zugutemachung der silberhaltigen Oxyde, welche bei der Zersetzung des silberhaltigen Zinkstaubes von der Werkblei-Entsilberung entstehen.

Bergassessor Carl Schnabel in Lauthenthal i. Harz hat folgendes Verfahren in Deutschland (D. R. P. Nr. 318 vom 7. August 1877) patentirt. Bei der Zersetzung des Zinkstaubes durch Wasserdampf erhält man auſser dem zum Abtreiben gelangenden Reichblei eine gewisse Menge silberhaltiger Oxyde, welche auſser Zinkoxyd, Bleioxyd und Werkbleitheilchen auch noch unzersetzten Zinkstaub enthalten; letzterer wird durch Absieben getrennt und geht zur Zersetzung zurück. Die Oxyde werden in bleiernen Gefäſsen mit einer concentrirten Lösung von kohlensaurem Ammoniak in Ammoniakwasser behandelt, wobei Zinkoxyd und etwa vorhandenes Kupferoxyd gelöst wird, während alle übrigen Bestandtheile unverändert bleiben. Die ammoniakalische Lösung wird von dem Rückstande abgegossen, welcher gehörig mit Ammoniak und zuletzt mit Wasser ausgewaschen wird. Die Rückstände, die durch die Entfernung des Zinkes viel leichtschmelziger geworden, gelangen entweder für sich oder mit dem Reichblei zusammen zum Abtreiben.

Die ammoniakalische Lösung wird zur Wiedergewinnung des Ammoniaks abdestillirt, wobei sich kohlensaures basisches Zinkoxyd in der Retorte abscheidet. Durch Glühen wird letzteres in Zinkoxyd übergeführt, welches als Farbe verwendet wird, wenn es auch meist einen kleinen Stich ins Gelbliche zeigt. In die Vorlage geht der gesammte Gehalt der Lösung an Ammoniak und kohlensaurem Ammoniak über und wird von neuem zugleich mit den Waschwässern, welche sich zuletzt wieder mit Ammoniak gesättigt kaben, zur Lösung verwendet. Da die sämmtlichen Operationen in geschlossenen Gefäſsen ausgeführt werden, so ist der Verlust an Ammoniak sehr gering. Ist Kupfer in den Oxyden enthalten, wodurch das Zinkoxyd eine graue Farbe erhalten würde, so läſst man die ammoniakalische Zinklösung vor der Destillation auf metallisches Zink einwirken, wodurch das Kupfer metallisch ausgefällt wird. Da das kohlensaure Ammoniak, welches hauptsächlich zur Lösung des Zinkoxydes geeignet ist, allmälig seine Kohlensäure verliert, so wird durch Auflösen von festem kohlensaurem Ammoniak in der Flüssigkeit oder Einleiten von Kohlensäure in dieselbe dieser Verlust ersetzt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: