Titel: Telephonisches.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 8 (S. 186–187)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi02_8
|187|

Telephonisches.

Das neueste Heft der Annales télégraphiques (1878 Bd. 5) bringt eine Reihe verschiedenen Quellen entnommener Notizen über das Telephon, denen wir nachstehend Einiges entnehmen.

Garnier- und Pollard in Cherbourg stellten der Mitte einer kleinen Weiſsblechplatte einen gewöhnlichen Bleistift so gegenüber, daſs seine Spitze einen leichten Druck auf die Mitte der Platte ausübte; Platte und Stift wurden mit 10 Leclanché-Elementen in einen Stromkreis mit einem Bell'schen Telephon gelegt, dessen Stabmagnet durch einen weichen Eisenstab ersetzt war; beim Sprechen gegen die Weiſsblechplatte änderten die Schwingungen derselben, ohne den Contact zu unterbrechen, den Widerstand an der Contactstelle (vgl. auch 1877 225 515) und die dadurch veranlaſsten Schwankungen in der Stromstärke lieſsen den Elektromagnet im Telephon die Platte in Schwingungen versetzen und so die gesprochenen Worte wiedergeben.

Demoget in Nantes schloſs die primären und secundären Windungen eines Rhümkorff'schen Inductors durch je ein Telephon; beim Sprechen in das eine Telephon war das Gesprochene im andern zu hören. Wurde der inducirte feine Draht dieser 30cm langen Spule unmittelbar als Widerstand in die Linie eingeschaltet, so wurde das Sprechen unmöglich.

Blyth fand, daſs ein Telephon noch als Empfänger arbeitete, wenn seine Eisenplatte durch eine Scheibe aus Kupfer, Holz, Papier oder Kautschuk ersetzt wurde; doch waren die Töne viel schwächer. Auch im sendenden Telephon darf man anstatt der Eisenplatte eine nichtleitende Scheibe nehmen, muſs dann aber als Empfänger ein gewöhnliches Telephon verwenden. Die Wirksamkeit der Kupferscheibe erklärt sich aus der Induction von Strömen in derselben seitens der Spule und der anziehenden Wirkung der Ströme auf einander; dem entsprechend wurde der Ton der Kupferscheibe nicht sehr geschwächt durch Herausnehmen des Magnetes. Die Kautschukscheibe darf nicht gespannt sein, sondern muſs einfach auf den Magnetpol gelegt und an das Ohr gedrückt werden.

Nach Brough brauchen die in Indien verwendeten Relais zum Arbeiten einen 400000 Mal so starken Strom, als das Bell'sche Telephon.

E–e.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: