Titel: Schwefelkies von Schwelm in Westphalen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 11 (S. 282–283)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi03_11
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Schwefelkies von Schwelm in Westphalen.

Es befindet sich in Schwelm auf der Grenze der mitteldevonischen Sandsteine und des Eifelkalksteines ein Kieslager von 3 bis 10m Mächtigkeit auf einer Fläche von 600000qm, von reichem Brauneisenstein bedeckt und der Kies zu Zweidrittel aus mehlförmigen Massen mit eingemengten massigen, meist schön krystallisirten Stücken bestehend. Die Erze treten zu Tage aus. Das Eisenerz hält durchschnittlich 40 Proc., im Uebrigen waltet Thon vor, und je nach dem Gehalt daran ist die Farbe schön gelb bis dunkelbraun. Der Eisenstein findet bedeutenden Absatz nach verschiedenen Hüttenwerken Rheinlands und Westphalens; der Schwefelkies, durch einen Waschproceſs von anhängendem Thon befreit, dient in chemischen Fabriken zur Schwefelsäure-Bereitung und ist wegen Abwesenheit von Arsen sehr geschätzt. Die Schwefelkies-Rückstände dienen auf Eisenhütten als vorzügliches Material für die Darstellung von Bessemerroheisen wegen Abwesenheit oder nur sehr geringen Gebaltes an Phosphor und Kupfer, welches letztere in gewissen Mengen für die Stahlqualität sehr schädlich ist. Nach Mittheilungen von F. Schmidt (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1878 S. 68) hatten Rückstände von Schwelmer Kiesen nachstehende Zusammensetzung:

Eisenoxyd
Eisenoxydul
90,547
0,520
65,0556 Proc. Fe
Doppelt-Schwefeleisen 0,574
Schwefelblei 0,142
Schwefelkupfer 0,026
Manganoxydul 0,463
Thonerde 1,448
Kalk 0,388
Magnesia 0,220
Schwefelsäure 1,110
Phosphorsäure 0,035
Kieselsäure 3,447
Wasser 0,897
–––––––
99,817.
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