Titel: Comprimirte Schieſsbaumwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 14 (S. 283–284)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi03_14
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Comprimirte Schieſsbaumwolle.

Dieselbe wird von Förster in der Kruppo-Mühle in Oberschlesien hergestellt. Es soll zur Nitrirung eine gröſsere Menge Säure erforderlich sein als zur Herstellung von Dynamit; dann muſs sie sehr sorgfältig ausgewaschen und später in hydraulischen Pressen comprimirt werden. In Essen angestellte Versuche haben gezeigt, daſs sie durch Stoſs nicht entzündet wird, daſs sie aber, passend zur Explosion gebracht, kräftiger wirkt als Dynamit. Als besondere Vorzüge dieser Schieſsbaumwolle werden (Berg- und hüttenmännische Zeitschrift, 1878 S. 117) folgende genannt: Sie ist den Temperaturunterschieden nicht unterworfen, erstarrt nicht in der Kälte und schwitzt in der Hitze nicht aus, verändert sich also bei allen in der Praxis vorkommenden Kälte- und Wärmegraden in keiner Weise. Die vielen Unglücke, welche oft durch Erwärmen der Dynamitpatronen in den Bergmannsfamilien vorkommen, werden also in Zukunft bei Anwendung von Schieſsbaumwolle vermieden werden. Ferner ist die Sprengwolle nicht giftig, während die Handhabung des Dynamites gesundheitsgefährlich ist; auch entwickelt sie bei der Explosion wenig gesundheitsgefährliche Gase.

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