Titel: Ueber den Stoffumsatz des Kahmpilzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 25 (S. 286–287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi03_25
|287|

Ueber den Stoffumsatz des Kahmpilzes.

A. Schulz (Annalen der Oenologie, 1878 S. 115) hat umfassende Versuche über den Stoffbedarf und Stoffumsatz des Kahmpilzes (Saccharomyces Mycoderma) gemacht, aus denen zunächst hervorgeht, daſs dieser als Weinkrankheit gefürchtete, einzellige Pilz nicht ohne Aschenbestandttheile wachsen kann, daſs namentlich ohne Phosphorsäure und Kali keine Kahmbildung eintritt. Die ihn zusammensetzenden organischen Verbindungen kann der Kahmpilz sich selbst erzeugen und er bedarf hierzu nur Ammoniak und Alkohol. Der Alkohol wird von dem Pilz theils zu Kohlensäure und Wasser oxydirt, theils bildet dieser daraus eine Reihe anderer Bestandtheile. Das Glycerin, die Bernsteinsäure und das äpfelsaure Kali begünstigen die Kahmvegetation in hohem Grade. Der Weinstein, das Dextrin, die freie Aepfelsäure und Traubenzucker sind weniger günstige Nahrungsmittel des Kahmpilzes. Die freie Weinsäure, die Essigsäure und das Tannin, namentlich das letztere, wirken eher störend als nützlich auf die Entwicklung des Pilzes.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: