Titel: Zur Kenntniſs der Benzoe und der Vanille.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 29 (S. 288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi03_29

Zur Kenntniſs der Benzoe und der Vanille.

Ch. Rump (Studien über die Benzoe. Hannover 1878) zeigt, daſs die Benzoesäure als solche nicht frei in der Benzoe enthalten ist, sondern an eine zweite Säure gebunden und daſs das bisherige Verfahren der directen Sublimation der Säure aus dem Harze ein rohes und unrationelles genannt werden muſs; nur die Darstellung auf nassem Wege und nachfolgende Sublimation kann ein gleichmäſsiges und wirksames Präparat geben. Es erscheint dem Verfasser wahrscheinlich, daſs alle Benzoesäure unserer chemischen Fabriken nicht aus der Benzoe gewonnen sein kann, sondern höchstens ein Gemisch von natürlicher und künstlich gewonnener Benzoesäure ist.

Tiemann und Haarmann haben den Werth der Vanille abgeschätzt nach dem darin gebildeten Vanillin. Dies ist jedenfalls nicht richtig, da eine gute Vanille im frischem Zustande durchaus unkrystallinisch ist. Rump vermuthet, daſs hier ein Körper vorliegt, der nicht das Vanillin fertig gebildet enthält, sondern nur in seinen näheren Bestandtheilen, daſs also die Vanille nicht nach dem augenblicklich gebildeten Vanillin abzuschätzen ist, sondern weit nachhaltiger wirkt auf die Geschmacksorgane als das reine Vanillin.

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