Titel: Das Färben mit Anilinorange und mit Chrysoin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 22 (S. 384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi04_22

Das Färben mit Anilinorange und mit Chrysoin.

Anilinorange ersetzt in der Wollfärberei das Curcuma und das Fichtenholz, indem es ein sehr kräftiges, lebhaftes und zugleich solides Gelb liefert. Die Wolle muſs zuvor gründlich mit Soda, Seife und heiſsem Wasser gereinigt sein. Der Farbstoff wird vor dem Gebrauch in seinem 50 bis 100fachen Gewicht kochenden Wassers unter Umrühren aufgelöst und filtrirt. Die Farbflotte wird mit Schwefelsäure schwach angesäuert und allmälig auf 90° erhitzt, oder man setzt ihr, wie beim Färben mit Cochenille, 3 Proc. Zinnsalz und 5 Proc. Oxalsäure zu. – Wird das Anilinorange, um die verschiedenen braunen Töne und Olive zu erhalten, in Gesellschaft mit Indigocarmin oder mit Indigocomposition verfärbt, wie dasselbe auch neben Orseille und Cochenille verwendet werden kann, so muſs ein Zusatz von schwefelsaurem Natron gegeben werden, damit das Indigoblau gleichmäſsig anfällt. Auch ist es gut, zuerst den blauen Farbstoff, dann erst das Anilinorange einzutragen. Kupferkessel müssen vermieden oder die zu färbende Waare vor der Berührung mit dem Kupfer in irgend einer Weise geschützt werden. – Seide wird mit Anilinorange aus saurem Bad orangegelb gefärbt und zwar ohne Zusatz von Seife. Für Mischfarben, wie Marron, erhalten durch gleichzeitigen Zusatz von Indigo oder Anilinblau, wird ein schwachsaures Seifenbad gegeben.

Chrysoin wird in gleicher Weise wie Anilinorange verwendet, jedoch weniger für sich allein, als in Mischung mit Indigocarmin für Olive und für gelbstichiges Marron. Während die mit Anilinorange gefärbten Stoffe im Wasser einen röthlichen Ton annehmen, der sich erst beim Trocknen der Waare wieder verliert, zeigt das Chrysoin dieses eigenthümliche Verhalten beim Färben nicht. (Nach dem Textile Manufacturer, 1877 S. 327.)

Kl.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: