Titel: Bullough und Smalley's elektrische Ausrückvorrichtungen für Spinnmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 6 (S. 377–378)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi04_6

Bullough und Smalley's elektrische Ausrückvorrichtungen für Spinnmaschinen.

Die Wirkungsweise der elektrischen Ausrücker läſst sich am leichtesten bei der Strecke verfolgen, bei welcher vier Zustände eintreten können, deren jeder zum Anhalten der Maschine führt, nämlich: 1) es reiſst das Band an der Einführungsseite zwischen Topf und Streckwalzen, oder es ist der Topf geleert worden; 2) es bleibt das Band an den Streckwalzen hängen, umwickelt sie, oder häuft sich zwischen ihnen an; 3) es reiſsen die Streckbänder in den Trichtern zwischen den Streckwalzen und den Abführwalzen, oder 4) es sind die Preſstöpfe gefüllt.

Die den Streckcylindern zugeführten Bänder laufen durch in den Schlieſungskreis eines elektrischen Stromes aufgenommene Walzen, deren untere geriffelt und im Maschinengestell in gewöhnlicher Weise gelagert ist, deren obere kürzere aber (für jedes Band ist eine solche Walze aufgelegt) in einer Platte liegen, welche die Ausrückplatte heiſst und welche durch zwischengelegte Holzstücke gegen das übrige Maschinengestell isolirt ist. Den elektrischen Strom liefert eine Wilde'sche, elektromagnetische Maschine. Der eine Poldraht derselben steht mit dem Gestell der Strecke in Verbindung, der andere mit der Ausrückplatte. In die Leitung ist ein kleiner Elektromagnet eingeschaltet, dessen Anker, wenn er durch den geschlossenen Strom angezogen wird, auf einen einfachen Apparat in der Weise wirkt, daſs sich der Antriebriemen auf die Losscheibe legt. Sind die oberen Walzen auſser Contact mit den unteren, so ist der Strom unterbrochen und der Riemen bleibt auf der Festscheibe; reiſst hingegen das Streckband, fällt die obere Walze nieder und legt sie sich auf die geriffelte untere, so wird der Strom geschlossen, es wirkt der Elektromagnet und die Maschine bleibt stehen.

Haben sich um die Streckwalzen Bänder gewickelt, so rückt die Vorrichtung folgendermassen aus: Beide Streckcylinder, der obere und der untere, |378| stehen durch das Maschinengestell mit dem einen Poldrahte in leitender Verbindung und sind wie gewöhnlich in geringer Entfernung von ihren Reinigern angebracht; letztere sind mit der isolirten Ausrückplatte verbunden und durch diese mit dem anderen Poldraht der elektromagnetischen Maschine. Während des Streckens werden die Streckwalzen durch die Bänder in richtiger Entfernung gehalten; wickeln sich hingegen letztere um eine solche Walze, so hebt sich die obere, berührt den Reiniger, es schlieſst sich der Strom und die Maschine wird ausgerückt.

Die Abzugs walzen sind in ganz der nämlichen Weise gegen einander isolirt und eine jede mit einem der Poldrähte elektrisch verbunden. Bricht das Band im Trichter, so werden die Walzen nicht aus einander gehalten, sie berühren sich, der Strom schlieſst sich und die Arbeit der Maschine ist so lange unterbrochen, als das Band nicht wieder zusammengefügt ist.

Für den vierten Fall, daſs sich die Töpfe gefüllt haben, findet Ausrückung dadurch statt, daſs der Strom zufolge Hebung der Preſsplatte geschlossen wird.

Bei Vorspinnmaschinen wirkt der Apparat beim Reiſsen eines Bandes, ehe es die Streckcylinder erreicht, ferner, wenn eine Spule gefüllt ist. Es sind auch hier gegen einander isolirte Walzen vorhanden, welche in beiden Fällen zur Berührung kommen und hierdurch den Strom schlieſsen. Bei Krempeln wird, wenn das Vlieſs reiſst oder der Topf sich gefüllt hat, eine Klingel in Bewegung gesetzt und der Arbeiter aufmerksem gemacht, das Vlieſs zusammenzufügen oder den Topf auszuwechseln. (Nach dem Textile Manufacturer, 1877 S. 374.)

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