Titel: Ueber Mühlsteinstaub und über chromogene Alge im Mehl; von B. Jegel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 11 (S. 476–477)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi05_11

Ueber Mühlsteinstaub und über chromogene Alge im Mehl; von B. Jegel.

Nicht jedes Brod, das zwischen den Zähnen knirscht, ist auch verfälscht; weichere Mühlsteine geben oft Veranlassung zur Vermehrung des Staubes und der Sandkörner. Im Nachstehenden folgen einige Angaben über den Gehalt käuflicher Mehle an Mühlsteinstaub. Die Menge desselben wurde nach Himly's Methode in der Weise bestimmt, daſs 100g des Mehles im Scheidetrichter mit Chloroform geschüttelt wurden. Der Absatz wurde mit einem Theil des Chloroforms in einen gewogenen Tiegel abgelassen, mit Aether durch Decantiren ausgewaschen, getrocknet, geglüht und gewogen. Es enthielt vier verschiedene Sorten Roggenmehl in 100 Theilen:

I II III IV
Mühlstaub 0,02 0,04 0,14 0,158
Asche 0,8 0,8 1,02 1,33
Feuchtigkeit 14,7 15,862 15,02 14,484.
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Das aus den Sorten III und IV gebackene Brod war von den Käufern beanstandet worden. Die Untersuchung hat, wie obige Zahlen beweisen, den ausgesprochenen Verdacht nicht bestätigt.

Bei der Prüfung der Mehle mit Chloroform kam es zweimal vor, daſs auf dem immer dunkel gefärbten Staub eine hellblaue, fest zusammenhängende Schichte sich abgesetzt hatte. Die mikroskopische Untersuchung ergab, daſs diese Masse aus runden Zellen von 0,002 bis 0mm,004 Durchmesser bestand. Unter dem Mikroskop konnte die Färbung nicht mehr wahrgenommen werden, sie trat erst bei 0mm,1 dicker Schicht hervor. Säuren änderten die Farbe in hellroth, Alkalien in gelblich grün. Die betreifenden Mehle zeigten keinen auffälligen Geruch und Geschmack. Bei der gewöhnlichen mikroskopischen Untersuchung der Mehle wird diese chromogene Alge übersehen, weil Stärkemehlkörnchen von gleicher Form und Gröſse vorkommen, die durch Jod wenig gefärbt werden. Möglicherweise ist diese Alge die Ursache, daſs manche Mehle sich weniger gut zum Verbacken eignen. (Nach den Industrieblättern, 1878 S. 140.)

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