Titel: Unlöslicher Klebstoff für Briefumschläge u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 15 (S. 477–478)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi05_15
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Unlöslicher Klebstoff für Briefumschläge u. dgl.

Die mit Gummi zugeklebten Umschläge lassen sich bekanntlich leicht öffnen, wenn man den Gummi durch Befeuchtung löst. Auch Briefmarken werden häufig in unredlicher Absicht abgelöst, und man hat noch kein einfaches Mittel dagegen gefunden. A. C. Fox in Baltimore hat am 29. Mai 1877 das amerikanische Erfindungspatent Nr. 191420 für einen Klebstoff erhalten, welcher der Feuchtigkeit widersteht und damit die Miſsstände beseitigt. Die Erfindung beruht darauf, daſs der Klebstoff aus zwei Theilen besteht, deren einer z.B. auf die Klappe wie gewöhnlich gestrichen wird, während der andere an die Stelle kommt, auf welche die Klappe beim Schlieſsen trifft.

Die Lösung, welche man auf die Mitte des Umschlages streicht, die also nicht mit den Lippen oder der Zunge berührt wird, bereitet man folgendermaſsen: Man löst etwa 2g,5 krystallisirte Chromsäure in beiläufig 15g Wasser und etwa 15g Ammoniak. Dieser Mischung werden ungefähr 10 Tropfen Schwefelsäure und schlieſslich 30g schwefelsaures Kupferoxyd-Ammoniak, sowie 4g feines weiſses Papier zugesetzt. Die zweite Lösung, welche für die Klappe des Umschlages bestimmt ist, erhält man durch Auflösen von Hausenblase in verdünnter Essigsäure (1 Th. Säure auf 7 Th. Wasser) über dem Wasserbad.

Die erste Lösung wird am besten auf den Körper des Umschlages gestempelt, die zweite kann von Hand oder Maschine wie gewöhnlicher Gummi auf die Klappe gestrichen werden. Der Umschlag wird in üblicher Weise geschlossen, indem man den bestrichenen Theil der Klappe mit den Lippen befeuchtet. Wenn die beiden Lösungen zusammenkommen, entsteht ein Kitt, der sich weder in Säuren, Alkalien, heiſsem oder kaltem Wasser oder in Dampf auflöst, kurz der Umschlag kann nur noch durch Reiſsen oder Schneiden geöffnet werden.

Es ist klar, daſs sich die Erfindung auch zum Aufkleben von Briefmarken eignet, indem man die Marke mit der Hausenblaselösung versieht und die schwefelsaure Kupferoxyd-Ammoniak-Lösung da aufträgt, wohin die Marke geklebt werden soll. (Nach der Papierzeitung, 1878 S. 81).

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