Titel: Zur Butteruntersuchung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 18 (S. 478–479)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi05_18

Zur Butteruntersuchung.

R. Sachsse (Zeitschrift für analytische Chemie, 1878 S. 151) hat gefunden, daſs die Hehner'sche Butterprobe (1877 225 404) 226 103) selbst für alte, bereits ranzig gewordene Butter zuverlässige Resultate gibt.

W. Heintz (daselbst S. 160) zeigt, daſs diese Methode nicht in allen Fällen genau ist, da eine der fetten Säuren der Butter, die Laurinsäure, sehr schwer löslich ist. Er schlägt nun folgendes maſsanalytische Verfahren vor.

Genau 3g der zu untersuchenden, geschmolzenen und filtrirten Butter werden in einem 21 haltenden Kolben mit genau 20cc Normalalkalilösung |479| übergössen. Durch Kochen unter steter Bewegung des schräg gehaltenen Kolbens verjagt man unter Vermeidung des Uebersteigens und Anbrennens das Wasser möglichst vollkommen. Man fügt nun Alkohol hinzu und kocht in gleicher Weise zunächst, bis Lösung erzielt, dann bis der Alkohol wieder zumeist verdunstet ist. Darauf löst man in heiſsem Wasser und entfernt durch Kochen die letzte Spur Alkohol. Sobald die Gesammtflüssigkeit etwa 40cc beträgt, fügt man so viel neutrales Kochsalz hinzu, bis die Seife sich abgeschieden hat. Nach Zusatz von genau 22cc Normalschwefelsäure verstopft man den Kolben mit einem durchbohrten, ein langes Rohr tragenden Kork und erhitzt in kochendem Wasser so lange, bis die auf der Mischung schwimmende fette Säure vollkommen klar und durchsichtig erscheint.

Zu der durch kaltes Wasser etwas abgekühlten Mischung fügt man nun, das auf dem Kolben befestigt gewesene Rohr gut ausspülend, so viel Wasser, daſs die Gesammtmischung 1l,5 beträgt, erhitzt in gleicher Weise noch einige Zeit im Wasserbade, schüttelt dabei häufig um und läſst nun den in kaltem Wasser ruhig stehenden Kolben vollkommen erkalten. Nachdem man das Glasrohr nochmals mit wenig Wasser in den Kolben hinein ausgespült hat, läſst man noch 2cc Normalalkali unter stetem Umschwenken hinzulaufen und titrirt endlich mit Fünftelnormalalkali aus, nachdem man einige Tropfen säurelösung hinzugefügt hat.

E. Geiſsler bestimmt die Rancidität einer Butter durch Lösen derselben in Aether und Titriren mit alkoholischer Kalilauge. (Vgl. Geiſsler: Verfälschung der Lebensmittel. Dresden 1878.)

C. Birnbaum gibt eine empfehlenswerthe Anleitung für Nichtchemiker zur Untersuchung der Butter und sonstiger Lebensmittel (Birnbaum: Einfache Methoden zur Prüfung wichtiger Lebensmittel. Karlsruhe 1878).

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