Titel: F. Voith's Walzengestell.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 2 (S. 472–473)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi05_2

F. Voith's Walzengestell.

Dieses im Deutschen Reiche unter Nr. 289 vom 21. Juli 1877 ab für Friedr. Voith in Heidenheim patentirte Walzengestell dient zur Aufnahme und Lagerung von zwei oder mehreren Walzen, welche genau parallel liegen sollen, wobei die Verbindungslinie der Walzenmittel beliebig gewählt sein kann. Als der weitaus häufigste Fall ist für die Erläuterung der Construction die Anordnung einer Anzahl senkrecht über einander liegender Walzen angenommen, welche auf einander laufen. Die nebenstehende Abbildung veranschaulicht die Anwendung dieser Construction auf einen sogen. Rollenkalander für Papier mit zwei Paar Hartguſs- und zwei Papierwalzen.

Textabbildung Bd. 228, S. 472

Die Walzenlagerung besteht aus zwei Hohlguſsständern, welche senkrecht zur Fundamentplatte genau cylindrisch ausgebohrt und gegen die Walzen hin mit je einem Schlitz versehen sind. In diesen ausgebohrten Cylinder ist für jedes Lager ein passendes, gedrehtes, cylindrisches Gleitstück eingeschoben, an welch letzterem auf einer Seite ein Segment derart weggeschnitten ist, daſs eine Ebene parallel zur Cylinderachse entsteht, welche etwas schmäler als der Schlitz im Gestell ist. Gegen diese Ebene wird der eigentliche Lagerkörper durch eine oder mehrere Schrauben angedrückt; |473| zugleich verhindert ein am Lagerkörper befindlicher, genau in ein ausgedrehtes Loch am Gleitstück passender Zapfen etwaiges Verschieben der beiden Theile und gestattet nur Drehung. Diese bietet nun folgende Vortheile: 1) leicht zu bewerkstelligende gendes Auswechseln der Walzen, überhaupt leichte Zugänglichkeit aller beweglichen und der Abnutzung unterworfenen Theile; 2) jedes Walzenlager ist ein sogen. Universal-Gelenklager, d.h. es kann sich nach allen Seiten hin drehen und genau dem Walzenzapfen anschmiegen; 3) der Seitendruck, welchen die Walzen während des Betriebes auf die Lager ausüben, hebt sich bei dieser Construction fast vollständig auf und hat keinerlei Einfluſs auf genaue Führung der Lagerkörper; 4) alle Walzen liegen genau parallel, d.h. alle Walzenmittel liegen genau in einer Ebene; 5) ein bequemes Montiren der Maschine; 6) leichte und billige Herstellung unter gleichzeitiger Erreichung äuſserster Genauigkeit; ferner möglichste Unabhängigkeit von der Genauigkeit des ausführenden Arbeiters im Messen.

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