Titel: Ueber Cupolöfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 4 (S. 473–474)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi05_4

Ueber Cupolöfen.

Prof. A. Ledebur veröffentlicht im Civilingenieur, 1877 S. 633 eine längere Abhandlung über die zweckmäſsigste Construction von Cupolöfen, welcher wir Folgendes entnehmen.

Gar häufig wird der Zweck des Cupolofens, welcher ausschlieſslich darin besteht, Roheisen, mit Aufwand von möglichst wenig Brennmaterial zu schmelzen, insofern vollständig verkannt, als man bei der Anlage solcher Oefen diejenigen Verhältnisse zu wenig berücksichtigt, welche geeignet sind, bei wenig Brennstoffverbrauch groſse Massen zu produciren. Man hat hierbei nur folgende Punkte im Auge zu behalten: 1) daſs die Verbrennung im unteren Theil des Ofens eine möglichst vollständige sei, d.h., daſs sämmtlicher eintretende Sauerstoff den Kohlenstoff des in der Düsenhöhe befindlichen Brennmaterials sofort in Kohlensäure verwandle; 2) daſs diese Kohlensäure bei ihrem Aufsteigen im Ofenschacht sich nicht wieder reducire; 3) daſs von der erzeugten Wärme möglichst wenig verloren gehe; 4) daſs die Productionsfähigkeit des Ofens durch den Betrieb nicht leide.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, muſs dafür Sorge getragen werden, daſs die eintretende Verbrennungsluft in der Düsenhöhe in hinreichender Masse und in keinem höheren Dichtigkeitsgrade vorhanden sei, als dies durch die Höhe der Schmelzsäule bedingt wird. Hieraus folgt, daſs der Querschnitt der Lufteinströmungsöffnungen möglichst groſs zu wählen ist. Um die Reduction der entstandenen Kohlensäure zu Kohlenoxydgas thunlichst zu vermeiden, ist es nothwendig, daſs die Temperatur im Inneren des Ofens, oberhalb der Düsen, möglichst rasch abnehme. Das beste Mittel, dies zu erreichen, besteht in einem schnellen Gichtenwechsel, und die Eigenschaft des |474| Eisens, ein guter Wärmeleiter zu sein, wirkt hierbei in hohem Grade günstig. Dem schnellen Verschleiſs der Ofenwandungen begegnet man am besten dadurch, daſs man letztere nicht übermäſsig dick macht, wodurch der kühlende Einfluſs der atmosphärischen Luft zur Geltung kommt. Man kann sogar annehmen, daſs äuſserliche Wasserkühlung, namentlich in den unteren Ofentheilen, nur vortheilhaft wirkt. Die empfehlenswerteste Ofenconstruction bleibt stets die cylindrische. Zur Verwerthung eines Theiles der im Schmelzraume ausgestrahlten Wärme ist es zweckmäſsig, die zuströmende Verbrennungsluft vor ihrer Ausströmung in einen ringförmigen Kanal, welcher im Mauerwerke des Ofens ausgespart ist, zu sammeln, wodurch sich dieselbe leicht auf eine Temperatur von 40 bis 50° bringen läſst.

Die Cupolöfen von Ireland, Krigar, Mac Kensie und Schmahel sind zur Erreichung der erwähnten Vortheile wohl die geeignetsten.

Ledebur führt an, daſs unter den günstigsten Verhältnissen in einem Cupolofen für 1qm des Schachtquerschnittes an seiner engsten Stelle ein stündliches Schmelzen von 8000 bis 10000k Guſseisen mit einem Brennmaterialaufwand von 6 Proc. möglich sei, und daſs die erforderliche Windmenge, um eine solche Leistung hervorzubringen, für lqm des Schachtquerschnittes 1,25 bis 1cbm,5 secundlich betrage. Die Wandstärke des Schachtes wähle man, je nachdem der Betrieb unterbrochen oder continuirlich stattfindet, zwischen 175 und 300mm. Um den Ofen unabhängig zu machen, unterstütze man den Schornstein durch einen auf Säulen stehenden Ring, welcher nicht mit dem Mauerwerk des Ofens in Berührung kommt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: