Titel: Ueber den Einfluſs des chemisch gebundenen Kohlenstoffes auf die Härtefähigkeit des Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 6 (S. 474–475)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi05_6

Ueber den Einfluſs des chemisch gebundenen Kohlenstoffes auf die Härtefähigkeit des Eisens.

Es ist bekannt, daſs verschiedene Roheisensorten, welche mit denselben Rohmaterialien und unter sonst gleichen Bedingungen erblasen worden sind, bei ihrer Verwendung zu Hartguſszwecken dennoch ein sehr verschiedenes Verhalten zeigen können. So liefert Holzkohleneisen mit kaltem Wind erblasen den besten Hartguſs, ohne daſs man sich bis jetzt von dem Grunde dieser Erscheinung genau Rechenschaft zu geben vermochte. John L. Gill zu Pittsburg |475| hat vor Kurzem zur Ergründung dieses Verhaltens eine Reihe von Analysen an eisernen Wagenrädern angestellt, nachdem die gröſsere oder geringere Dauerhaftigkeit der letzteren praktisch erprobt worden war. Das Resultat dieser Untersuchungen lief darauf hinaus, daſs das bei warmem Wind erblasene Roheisen durchgehends einen höheren Procentgehalt an Silicium enthält als kalt erblasenes, und daſs hiermit der Gehalt an chemisch gebundenen Kohlenstoff Hand in Hand geht, insofern nämlich der Gehalt an Silicium im umgekehrten Verhältniſs zum Gehalt an chemisch gebundenem Kohlenstoff steht. Er schlieſst daraus, daſs die Eigenschaft des Gieſsereieisens, sich härten zu lassen, mit dem chemisch gebundenen Kohlenstoff zusammenhängt, und daſs die Härtefähigkeit mit diesem steigt oder fällt. Zur Bestätigung des Vorgetragenen, soweit es den Gehalt an Silicium betrifft, führt S. A. Ford, Chemiker des genannten Werkes an, daſs er in warm erblasenem Nr. 1-Gieſsereieisen 2,286 Proc., in Nr. 2-Eisen 1,993 Proc. und in Nr. 3-Eisen 1,295 Proc. Silicium gefunden habe, während kalt erblasenes Eisen, in demselben Hohofen und unter ganz gleichen Verhältnissen erzeugt, von dieser Substanz in Nr. 1 bis 3 nur bezieh. 0,987, 0,889 und 0,608 Proc. enthielt. (Nach der Metallurgical Review, 1877 Bd. 1 S. 186.)

r.

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