Titel: Ueber das Tereben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 16 (S. 558)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi06_16

Ueber das Tereben.

Zur Herstellung des neuerdings als Wundverbandmittel verwendeten Terebens werden nach H. Hager (Chemisches Centralblatt, 1878 S. 52) 1000 Th. französisches Terpentinöl in eine Retorte gegeben, welche in eiskaltes Wasser gestellt ist. Nun werden mittels eines engen Trichters in das Terpentinöl tropfenweise und unter sanftem Umschütteln 50 Th. Schwefelsäure eingetragen. Die Retorte wird in ein Sand- oder Oelbad eingelegt und erhitzt, wobei eine über 210° hinausgehende Temperatur möglichst zu vermeiden ist. Die Destillation wird so lange unter der erwähnten Temperatur fortgesetzt, als Flüssigkeit überdestillirt. Das Destillat enthält noch unzersetztes Terpentinöl. Man versetzt es daher wiederum in der angegebenen Weise mit 5 Proc. Schwefelsäure und destillirt aufs Neue, wobei ebenfalls eine Ueberschreitung einer Temperatur von 210° zu vermeiden ist. Das zweite Destillat wird mit Natroncarbonatlösung durchschüttelt, nach dem Absetzen decantirt und rectificirt. Das Rectificat ist für die therapeutische Verwendung genügend rein. Zur Darstellung eines reinen und optisch völlig unwirksamen Terebens müſste auch noch eine dritte Destillation mit Schwefelsäure vorgenommen werden.

Das Tereben ist eine farblose klare, einem ätherischen Oele ähnliche, nach Thymian riechende Flüssigkeit von 0,860 sp. G. mit dem Siedepunkte von 156°.

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