Titel: Malachitgrün, ein neuer Anilinfarbstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 17 (S. 558–559)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi06_17

Malachitgrün, ein neuer Anilinfarbstoff.

Dr. O. Döbner in Berlin hat durch directe Wechselwirkung von Benzotrichlorid C6H5CCl3 und Dimethylanilin C6H5N(CH3)2 bei Gegenwart von Metallchloriden einen neuen grünen Farbstoff erhalten, welcher zugleich der Repräsentant einer ganzen Reihe analog construirter Farbstoffe ist. Verfasser hat demselben den Namen Malachitgrün gegeben und nach den Sitzungsberichten des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleiſses, 1878 S. 132 die fabrikmäſsige Darstellung desselben der Actiengesellschaft für Anilinfarbenfabrikation in Berlin überlassen.

Das Malachitgrün zeichnet sich vor dem Methylgrün durch eine Reihe bemerkenswerther Vorzüge aus. Zunächst kann es zu einem erheblich billigeren |559| Preise hergestellt werden als dieses. Es hat ferner gegenüber dem Methyl-grün den Vorzug gröſserer Echtheit und Beständigkeit gegen hohe Temperatur, gegen Seifen und Säuren. Während das Methylgrün beim Erhitzen auf 100° unter Uebergang in Violett sich zersetzt (vgl. Jodgrün 1874 211 384), verträgt das neue Grün eine hohe Temperatur ohne Veränderung. Es kann kochend ausgefärbt werden, verträgt ein schwachsaures Bad und erlaubt somit die gleichzeitige Anwendung von Pikrinsäure und anderen Farbstoffen von säureähnlichem Charakter. Im Uebrigen wird das Malachitgrün in der Seide-, Woll- und Baumwollfärberei genau in derselben Weise verwendet wie das Methylgrün. Die dunkleren Nuancen zeichnen sich durch kräftiges reines Grün aus, während die dunklen Töne des Methylgrüns stark ins Blaue übergehen.

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