Titel: Mittel gegen das Nachgrünen des Anilinschwarz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 18 (S. 559)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi06_18

Mittel gegen das Nachgrünen des Anilinschwarz.

F. Lamy, von der Ansicht ausgehend, das Nachgrünen des Anilinschwarz beruhe auf einer Desoxydation desselben, empfiehlt im Bulletin de Rouen, 1877 S. 109 die bedruckte Baumwolle nach dem feuchten Verhängen durch eine Chromflotte von folgender Zusammensetzung zu nehmen: 1000l kochend heiſses Wasser in einer Rollenkufe enthalten 10k rothes chromsaures Kali und 10k Kieselfluorwasserstoffsäure vom sp. G. 1,208 (oder statt letzterer 4k,250 Schwefelsäure vom sp. G. 1,834). Die Waare geht breit durch dieses heiſse Chrombad, hält sich 1½ bis 2 Minuten darin auf, wird dann gewaschen und ½ Stunde bei 60° geseift (mit 3g Seife auf 1l Wasser), nochmals gewaschen und getrocknet. Für Weiſsbodenartikel läſst Lamy die Stücke aus dem Chromkasten direct in eine zweite Rollenkufe gehen, welche mit verdünnter, kochend heiſser Natronlauge (auf 1l Wasser 2g Natronlauge vom sp. G. 1,330) oder mit kochend heiſsem Kalkwasser (5g gebrannten Kalk auf 1l Wasser) angesetzt ist. – Will man das Chromiren nicht in einer Rollenkufe, sondern in einer gewöhnlichen Farbkufe vornehmen, so nimmt man auf 1l kochend heiſses Wasser, 1g rothes chromsaures Kali und 1g von jener Kieselfluorwasserstoffsäure oder statt letzterer 0g,4 Schwefelsäure vom sp. G. 1,834, läſst die Waare ½ Stunde in diesem Bad laufen, worauf sie wieder gewaschen, geseift und getrocknet wird.

Ein derartig behandeltes Anilinschwarz, insbesondere wenn es mit weinsaurem Anilin und in genügender Concentration hergestellt und in dem Oxydationsraume richtig behandelt worden ist, läſst kein Nachgrünen befürchten; es widersteht der Einwirkung sowohl der Salzsäure als der schwefligen Säure, wie es auch unter dem Einfluſs des Lichtes und der Luft keine Veränderung erleidet; nur gegen Chlor ist es etwas empfindlicher als ein nicht gechromtes Anilinschwarz. Werden mehr als 10g rothes Chromkali auf 1l Wasser genommen, so steht eine Schwächung des Schwarz und des Gewebefadens zu befürchten.

Das Verfahren läſst sich auch anwenden für Schwarz, welches schon im Sodabad fixirt und degummirt ist.

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