Titel: Aetzfarben auf Küpenblau; von O. Scheurer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 228/Miszelle 19 (S. 559–560)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj228/mi228mi06_19

Aetzfarben auf Küpenblau; von O. Scheurer.

Die vorläufige Notiz Scheurer's über ein neues Aetzweiſs auf Küpenblau (S. 192 d. Bd.) wird vom Verfasser in einer neueren Mittheilung (Bulletin de Mulhouse, 1878 S. 110) ausführlicher besprochen. Hiernach wird die Mennige mit Gummi verdickt, auf küpenblau gefärbte Baumwolle gedruckt, und hernach die bedruckte Waare durch ganz verdünnte, kalte Salzsäure von 1,0035 sp. G. genommen. Eine Minute Aufenthalt in diesem Säurebad genügt, um ein ganz reines Weiſs auf blauem Grund zu erhalten. Nimmt man die Säure noch um die Hälfte schwächer, so wird das Blau in gleicher Weise von der aufgedruckten Mennige weggeätzt; nur muſs alsdann der Aufenthalt in der Säure entsprechend länger dauern. Aus dem Säurebad geht die Waare in kochendes Wasser, um das schwer lösliche Chlorblei von dem Gewebe zu entfernen. Die Reinigung vom Chlorblei gelingt übrigens nicht so vollständig, als wünschenswerth |560| ist; denn es hat sich gezeigt, daſs ein solches Weiſs nach der Behandlung mit kochendem Wasser durch rothes Chromkali immer noch gelb gefärbt wird.

Werden der Mennige verschiedene unlösliche Farbstoffe, wie Terra de Siena, Ocker, chromsaures Blei, Zinnober, Chromgrün u.a. beigemengt und nicht mit Gummi, sondern mit Albumin verdickt und aufgedruckt, so kann man auf diesem Wege beliebige Töne auf küpenblauen Grund ätzen. In diesem Fall wird die Waare vor dem Säuren 20 Minuten bei niedrigem Druck gedämpft und nach dem oben angegebenen Säurebad wieder durch kochendes Wasser genommen. Das Chromgelb erleidet bei dieser Behandlung keine Zerlegung oder Entfärbung.

Zu erwähnen ist noch, daſs die Salzsäure durch andere Säuren, wie Schwefelsäure, Oxalsäure u.a., nicht ersetzt werden kann, sofern sie aus der Mennige Bleihyperoxyd bilden, welches sehr schwach ätzend wirkt. Wie das Bleihyperoxyd, so hat auch das Manganhyperoxyd keine Wirkung auf Küpenblau beim Durchzug durch verdünnte Salzsäure von der eben angegebenen Stärke.

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