Titel: Clarke's Presse zur Herstellung von Kurbelachsen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/ar229104

Hydraulische Presse zur Herstellung von Kurbelachsen.

Mit Abbildungen auf Tafel 25.

Die Aufmerksamkeit, welche Ed. Clarke in Lincoln der von J. Haswell in Wien eingeführten Methode der Herstellung groſser Maschinenbestandtheile aus Schmiedeisen und Stahl mittels der Schmiedepresse (*1863 169 413) schenkte, welche Methode am Continent eine allgemeinere Aufnahme als in England fand, begründete eine der Hauptquellen des Erfolges bei Einführung der Methode, Kurbelachsen oder andere gebogene Wellen mittels hydraulischer Pressen herzustellen. Es kam alsbald ein groſser Theil der vielen englischen Firmen, welche Kurbelachsen zu den von ihnen herzustellenden Maschinen benöthigten, zur Einsicht, daſs sie solche von Clarke viel billiger und besser kaufen können, als sie sich solche in ihren eigenen Werkstätten herzustellen in der Lage sind. Abgesehen davon, daſs nur sehr gutes Eisen mit entsprechender Ductilität die Herstellung von Kurbelachsen durch gewöhnliches Schmieden ermöglichte, erfolgt diese nach Clarke's Methode bei weitem schneller und mit viel geringerer Anstrengung des Materials.

Die von Clarke zu diesem Zwecke benutzten hydraulischen Pressen sind in den Fig. 4 bis 6 Taf. 25 nach dem Engineer, 1878 Bd. 45 S. 438 dargestellt. Fig. 4 zeigt eine Presse und die darin verwendeten Beilagen zur Herstellung kleinerer Kurbelachsen. A ist der im Preſscylinder vertical geführte Preſskolben, welcher unten das Querstück F trägt. Zu beiden Seiten wirken (in der Zeichnung nicht ersichtliche) Preſskolben gegen die Stirnflächen der Achse in ähnlicher Weise wie bei B, B' in Fig. 5 und 6. Die Eisen- oder Stahlstangen G werden im glühenden Zustande auf den Backen D gebracht, welcher die höchste Stelle der Durchbiegung ergibt. Die am Umfange genutheten Rollen E werden hierauf, wie rechts in Fig. 4 punktirt angedeutet, an beiden Enden des Querstückes F mit ihren Lagern derart eingesetzt, daſs sie den Druck des letzteren auf die Achsschenkel übertragen und bei der Abwärtsbiegung desselben die Biegung der Achse bewirken.

Die Fig. 5 und 6 zeigen das Pressen gröſserer Achsen mit 5 Kolben A, B, B', C und C'. Der Kolben A hält die Achse fest auf den Backen D nieder, B, B' pressen dieselbe von der Stirnfläche her und C, C wirken unter 45° auf die Rollen E, bezieh. auf die Winkelbeilagen H, welche zur Vollendung der Form statt der Rollen E eingelegt werden. Die Winkelbeilagen H haben auſser dem Drucke der Preſskolben C, C' auch noch jenen der Kolben B, B' auf das Arbeitsstück zu übertragen, zu welchem Zwecke zwischen B und H die Druckstücke I eingebracht sind.

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