Titel: Reifer, über Smith's Sandpapiermaschine.
Autor: Reifer, F.
Fundstelle: 1878, Band 229 (S. 321–322)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/ar229110

H. B. Smith's Sandpapiermaschine; von F. Reifer.1)

Mit einer Abbildung auf Tafel 25.

Eine bei uns noch nicht in Benutzung stehende, sehr praktische und einfache Maschine ist die Sandpapiermaschine, welche zum Glätten von ebenen Flächen, besonders bei der Thürenfabrikation zum Abputzen der bereits fertig zusammengefügten Thüren oder breiten Rahmen, vorzüglichen Dienst leistet und in Amerika für diesen Zweck allgemein angewendet wird. Die einzige in der Maschinenhalle in Philadelphia 1876 befindliche Maschine dieser Gattung war von H. B. Smith in Smithville, N.-J., ausgestellt. (Vgl. die in Paris 1878 ausgestellte Gibson'sche Maschine * S. 210 d. Bd.)

Wie aus Fig. 11 Taf. 25 ersichtlich, besteht diese Maschine aus zwei Guſseisenrahmen A und B, welche bei c und e drehbar verbunden und an einer an der Wand oder einer Holzsäule angeschraubten Console befestigt sind. An den Gelenk- oder Drehstellen sind in Metalllagern Wellen für die Riemenrollen angebracht, über welche die zum Antriebe der mit Sandpapier überspannten Scheibe S erforderlichen Triebriemen gezogen werden. Der Griff G vorn dient zur Bewegung der Maschine in horizontaler Richtung mittels Hand.

Die drehbare Verbindung der Rahmen A und B gestattet, dieselben je nach Erforderniſs ganz zusammenzulegen, oder auch, wie die Figur es zeigt, in ausgestrecktem Zustande zu benutzen, wodurch alle zu glättenden Stellen des im Bewegungskreise unter der Scheibe S befindlichen Gegenstandes zu erreichen sind, ohne daſs dieser selbst geschoben werden muſs. Die runde Scheibe S ist von Holz hergestellt, an der unteren Fläche mit Sandpapier überzogen, welches über den Rand derselben gebogen und mit einem Spannring festgehalten wird. Zur Befestigung der leicht auswechselbaren Scheibe an die Welle w ist dieselbe mit einer Hülse und der Stellschraube o versehen.

Damit bei vorkommenden kleinen Unebenheiten auch eine Verticalbewegung der rotirenden Scheibe stattfinden kann, ist die Welle w von einer oberhalb derselben in einer Büchse F eingelegten Spiralfeder stets nach abwärts gedrückt, welche ein kleines Spiel dieser Welle |322| nach aufwärts gestattet und so der Scheibe über kleine Unebenheiten hinweg zu arbeiten möglich macht.

Die Maschine wiegt 130k, kostet 40 Dollars und hat in ausgestrecktem Zustande eine Ausladung von 2m,1. Die Scheibe S macht 350 Touren in der Minute.

Zum Abputzen und Glätten runder Gegenstände, wie z.B. Hammerstiele, Radspeichen und ähnliche Bestandtheile, werden vielfach starke, über zwei Riemenrollen gespannte und ähnlich wie Triebriemen bewegte Leinwandbänder, die mit feinen oder gröberen Quarzsplittern nach Art der Schmirgelleinwand zubereitet sind, benutzt. Diese Art der Anwendung der sogen. Sandbänder kann nach den beobachteten Leistungen derselben sowohl bezüglich deren vortheilhafter Ausnutzung, wie auch deren einfacher, billiger Herstellung bestens empfohlen werden. Die benutzten Bänder können wiederholt aufgefrischt werden, indem man dieselben mit gewöhnlichem Leim tränkt, hierauf mit Quarzsplittern frisch bestreut und sodann trocknen läſst.

Vgl. Note 1 S. 213 und 403 Bd. 228.

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