Titel: Neue Brauereieinrichtungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229 (S. 343–345)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/ar229125

Neue Brauereieinrichtungen.

Mit Abbildungen auf Tafel 28.

(Fortsetzung von S. 258 dieses Bandes.)

Feuerungsanlage. Für Braupfannen u. dgl. hat J. V. Novak in der Allgemeinen Zeitschrift für Bierbrauerei, 1878 S. 166 eine neue rauchlose Gasfeuerungsanlage (Fig. 1 und 2 Taf. 28) angegeben, die sich schon mehrfach bewährt haben soll. Durch den Schieber E wird der Zutritt der atmosphärischen Luft in den Kanal S regulirt, welche sich theilweise an der guſseisernen Platte G erwärmt und durch den Kanal O in die hohle guſseiserne Zunge D einströmt. Oberhalb derselben, bis zum Pfannenboden, ist eine Aufmauerung von Chamotteziegeln ausgeführt. Von hier geht die bereits erhitzte Luft in die guſseiserne Brücke C und tritt aus den Oeffnungen in der Decke heraus. Die auf dem Roste A aus dem Brennmaterial erzeugten Gase durchstreichen ein aus Chamottesteinen construirtes Register B und verbrennen mit der aus C ausströmenden heiſsen Luft mit ruſsloser Flamme. Die Verbrennungsgase werden um die Pfanne K herum durch die Kanäle F und P unter der Vorwärmpfanne L geführt und entweichen dann in den Schornstein. Etwa mitgerissene Asche u. dgl. kann durch die Reinigungsthür J entfernt werden. Das guſseiserne Luftrohr D und die |344| Feuerbrücke C sind mit Chamottesteinen gegen die intensive Hitze geschützt und kann, da durch dieselben die Luft geleitet wird, eine Verbrennung derselben angeblich nicht stattfinden.

Würzekühler. Im Anschluſs an die früher besprochenen Kühlapparate (*1876 222 487) ist zu bemerken, daſs die Berieselungs-Kühlapparate von Lawrence und von Neubecker in mehreren Brauereien mit bestem Erfolg verwendet werden.

A. Faulhaber hat einen Kühlapparat (D. R. P. Nr. 438 vom 13. Juli 1877) angegeben, welcher sich an den Neubecker'schen im Wesentlichen anschlieſst.

Der in Fig. 3 Taf. 28 veranschaulichte Röhrenkühlapparat von M. Bömig (D. R. P. Nr. 890 vom 3. Juli 1877) besteht im Wesentlichen aus einem mit Eiswasser angefüllten Behälter, zwischen dessen zwei Stirnwänden ein doppelwandiges Röhrensystem ausgespannt ist. Durch das innere Rohr flieſst Eiswasser, während durch den Zwischenraum zwischen beiden Röhren die abzukühlende Würze hindurchgeführt wird. Nachdem sämmtliche Rohr Verbindungen auſserhalb des Apparates liegen, so sind sie leicht aus einander zu nehmen.

Fig. 4 Taf. 28 zeigt einen Kühlapparat von Schwinghakl (Allgemeine Zeitschrift für Bierbrauerei, 1877 S. 433). Die Würze tritt bei a in den Apparat ein, durchflieſst die aus zwei Röhren, einem inneren und einem äuſseren Rohr, bestehenden Batterien und tritt bei b aus dem Apparat aus. Aus dem Wasserkasten tritt das Wasser durch ein in der Zeichnung nicht ersichtliches Knierohr in das innere Rohr der obersten Batterie, flieſst der Würze entgegen und wird durch die Pumpe A in den Kasten zurückgeleitet. Um das Kühlwasser, das von auſsen die Batterien umgibt, in steter Bewegung zu erhalten, ist ein Rührwerk B, B' angebracht, welches mittels des Schwungrades C zugleich mit der Pumpe in Bewegung gesetzt wird. Bei dem kleinen Hahn a wird die nach erfolgter Kühlung zurückgebliebene Würze abgelassen, wenn man die Würze nicht mit Wasser nachdrücken will. Auch dient dieser Wechsel zum Ablassen des Reinigungswassers. Die Reinigung der Batterien erfolgt mittels Bürsten, nachdem man die Vorköpfe abgenommen hat. Die einzelnen Batterien sind zum Schütze vor Beschädigung beim Einwerfen des Eises mit einem Gewebe aus verzinktem Eisendraht umgeben. Der besprochene Apparat ist mit besonderer Rücksicht auf jene Brauereien construirt, welche nicht mit Dampf arbeiten.

Eisschwimmer. Statt der bisher üblichen cylindrischen, glatten oder gewellten Eisschwimmer verwendet J. V. Novak (Allgemeine Zeitschrift für Bierbrauerei, 1877 S. 347) kegelförmige Schwimmer, wie sie in Fig. 5 bis 7 Taf. 28 skizzirt sind. Wie St. Feind im Böhmischen Bierbrauer, 1877 S. 151 ausführt, haben sich diese Schwimmer bewährt; die Abkühlung der Würze ist gleichmäſsiger als bei cylindrischen Schwimmern und die Reinigung leichter.

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F. Pallausch wirft den Novak'schen Eisschwimmern in der Allgemeinen Zeitschrift für Bierbrauerei, 1877 S. 569 vor, daſs sie eine zu geringe Oberfläche haben, und schlägt die in Fig. 8 Taf. 28 ersichtlichen Kühler für Eisgebrauch vor. Die durch eiserne Schutzstangen verbundenen drei Paar hohlen Kühlschüsseln stehen mit dem Innern des achsialen Cylinders in Verbindung, so daſs das Kühlwasser nach allen Richtungen hin wirken kann. Fig. 9 zeigt den für flieſsendes Wasser bestimmten Kühler; derselbe hat eine noch gröſsere Kühlfläche, indem die Doppelspirale um einen an beiden Enden offenen Cylinder gewunden ist, in deren hohlen Gang durch das Zufluſsrohr a kaltes Wasser ununterbrochen einströmt und, nachdem dasselbe abkühlend gewirkt hat, durch das Rohr b abflieſst.

Statt der Eisschwimmer empfiehlt M. Gottfried im Amerikanischen Bierbrauer, 1878 S. 98) die in Fig. 10 Taf. 28 im Durchschnitt und Ansicht abgebildete Vorrichtung. Das durch das Rohr a zugeführte Eiswasser, dessen Zufluſs mittels des Ventiles x geregelt wird, steigt im Rohr b auf und flieſst durch c wieder ab. Es wird hierdurch an Gährraum und Arbeit gespart, dabei die Gefahr vermieden, daſs die Schwimmer umschlagen und das Bier verderben.

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