Titel: Die Bestimmung des Zinkes in seinen Erzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 6 (S. 97–98)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi01_6

Die Bestimmung des Zinkes in seinen Erzen.

Die Ermittlung des Metallgehaltes der Zinkerze für technische Zwecke geschieht fast ausschlieſslich durch Titration der ammoniakalischen Lösung mittels Schwefelnatrium. W. Hampe zeigt nun in der Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1877 S. 253, daſs die maſsanalytische Bestimmung auch bei sorgfältigster Vorbereitung des Erzes und Ausführung des Titrirens keine gröſsere Genauigkeit als 0,5 Proc. verbürgen läſst. Gute Resultate gibt dagegen das folgende Verfahren, nach welchem in Clausthal der Zinkgehalt der Blende bestimmt wird.

Die fein gepulverte Blende wird in Glasröhren mit eingeriebenem Stöpsel bei 100° vollständig getrocknet, dann etwa 1g derselben durch Kochen mit Salpetersäure im Kolben mit sehr langem Halse, um Verspritzen zu verhüten, gelöst. Wenn die Flüssigkeit stark eingedampft ist und die Entwicklung von salpetriger Säure aufgehört hat, werden 30cc Salpetersäure und 200cc Wasser zugesetzt. Ohne vorherige Filtration wird nun mit Schwefelwasserstoff gefällt, dann filtrirt und der Rückstand ausgewaschen. Man stellt unter den Trichter einen Lösungskolben, behandelt den Niederschlag auf dem Filter mit heiſser, nicht zu concentrirter Salpetersäure, stöſst das Filter durch, spritzt alles Ungelöste in das Kölbchen und wäscht das Filter aus. Nachdem der Inhalt des Kolbens stark eingekocht ist, versetzt man ihn mit Wasser und 30cc Salpetersäure, fällt abermals mit Schwefelwasserstoff und filtrirt die Flüssigkeit zu der ersten hinzu. Man kocht diese in einem ebensolchen langhalsigen Kolben, wie er zur Lösung dient, fast bis zur Trockne ein, wodurch nicht allein aller Schwefelwasserstoff entfernt, sondern auch eine völlige Oxydation des Ferrosalzes zu Ferrisalz erzielt wird. Nun übersättigt man mit Ammoniak, |98| das völlig frei von empyreumatischen Stoffen, welche etwas Eisen in Lösung halten würden, sein muſs, filtrirt ab, wäscht aus, löst den Niederschlag auf dem Filter wieder in heiſser, mäſsig starker Salpetersäure, fällt abermals mit überschüssigem Ammoniak, filtrirt durch das nämliche Filter und so fort, bis nach noch ein- oder zweimaliger Wiederholung dieser Behandlung sich sicher alles Zink in dem gemeinschaftlichen Filtrate befindet. Dieses säuert man mit Essigsäure an, verdünnt es auf mindestens 2l und leitet, da Kobalt und Nickel nicht zugegen sind, ohne weiteres Schwefelwasserstoff ein. Vor dem Filtriren läſst man mindestens 12, womöglich aber 24 Stunden absetzen, dann gieſst man zuerst die klare Flüssigkeit vorsichtig auf die Filter und bringt zuletzt erst das schneeweise Schwefelzink darauf. In Folge der starken Verdünnung der Flüssigkeit und des Umstandes, daſs bei der Analyse selbst durchaus keine nicht flüchtigen Stoffe zugesetzt sind, genügt das zum Ausspülen der Gläser benutzte Schwefelwasserstoffwasser, dem etwas Ammoniumacetat zugesetzt ist, zum Auswaschen vollständig.

Eine solche Filtration mit Auswaschen dauert 5 bis 6 Stunden. Da selbst sehr kleine Mengen von Salmiak beim nachherigen Glühen des Schwefelzinkes im Wasserstoffstrome eine Bildung und Verflüchtigung von Chlorzink zur Folge haben, wie mannigfache Erfahrung lehrte, so ist bei der ganzen Analyse die Anwendung von Salzsäure durchaus vermieden und statt ihrer zum Lösen sowohl des Erzes wie des Eisenhydrates ausschlieſslich Salpetersäure benutzt. Das Filtrat vom Schwefelzink wird stets mit Ammoniak übersättigt und mindestens einen Tag lang bedeckt aufbewahrt, um zu sehen, ob die Fällung des Zinkes eine vollständige war. Bei richtiger Arbeit scheiden sich auch nicht die kleinsten Flocken von Schwefelzink ab, sondern die Flüssigkeit bleibt ganz klar. Letzteres ist möglich, da der geringe Mangangehalt der Blenden bei der wiederholten Lösung und Fällung des Eisenniederschlages mit Salpetersäure und Ammoniak gänzlich auf dem Filter zurückbleibt, mithin eine Fällung von Schwefelmangan durch das gebildete Schwefelammonium nicht stattfinden kann.

Das Abreiben des getrockneten Schwefelzinkes vom Filter erfordert die gröſste Sorgfalt, da sonst leicht Theilchen wegspringen. Es muſs beim Reiben das Filter gänzlich verschlossen gehalten werden. Schwefelzink nebst Filterasche werden im Rose'schen Tiegel zunächst mit etwas destillirtem Schwefel erhitzt, so daſs sie festschmelzen, und dann in einem Strome trocknen und reinen Wasserstoffes in der bekannten Weise geglüht, bis zwei Wägungen genau übereinstimmen. –

Hampe gibt ferner in der Zeitschrift für analytische Chemie, 1878 S. 127 geschichtliche Notizen über die Bestimmung des Kupferoxyduls im Kupfer.

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