Titel: Conserviren von Nahrungsmitteln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 19 (S. 199)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi02_19

Conserviren von Nahrungsmitteln.

W. F. Grier (Englisches Patent vom 4. August 1876) empfiehlt zur Conservirung von Fleisch u. dgl. folgendes Gemisch, Glacialin genannt: 18 Th. Borsäure, 9 Th. Natriumbiborat, 9 Th. Glycerin und 6 Th. Zucker in Wasser gelöst (vgl. 1877 226 209).

T. Achtelstetter und S. Sawiczewsky (Englisches Patent vom 7. April 1876) wollen das frische Fleisch in eine Lösung von doppeltkohlensaurem Natron legen, dann mit Wasser waschen, in einem luftverdünnten Räume mit einer alkoholischen Lösung von Salicylsäure behandeln, in Zinnbüchsen gefrieren lassen und diese dann schlieſsen.

E. Georges (Englisches Patent Nr. 2270 vom 11. Juni 1877) behandelt das Fleisch mit 50 Th. Chlornatrium, 35 Th. essigsaurem Natrium, 2 Th. salpetersaurem Kalium und 10 Th. reiner Salzsäure, oder mit einem Gemisch aus 57 Th. Chlornatrium, 2 Th. essigsaurem Natrium und 2 Th. salpetersaurem Kalium.

F. A. Khorssen (Amerikanisches Patent Nr. 187644 vom 20. September 1876) will die zu conservirenden Stoffe mit Alaun, Salpeter, Chlornatrium, kohlensaurem Natrium, Zucker und Wasser behandeln.

R. Bellée (D. R. P. Nr. 624 vom 12. September 1877) tränkt Schweinefleisch mittels einer hohlen Nadel mit einer concentrirten Salzlösung.

M. Welton (Englisches Patent Nr. 2663 vom 10. Juli 1877) erreicht den gleichen Zweck durch Einflieſsenlassen der Salzlösung aus einem höherstehenden Gefäſse in die hohle Nadel.

J. Jeyes (Englisches Patent Nr. 1474 vom 14. April 1877) setzt das zu conserviren de Fleisch einem kräftigen Luftstrome und einem Regen von Salzsoole aus; dasselbe soll sich dadurch bald mit einer Salzkruste bedecken.

C. Muratori (Englisches Patent Nr. 1708 vom 2. Mai 1877) schlägt vor, Eier mit Salzlösung zu befeuchten, dann mit gepulvertem Seifenstein einzureiben.

F. Ruch, F. Chartier und J. Berlit (D. R. P. Nr. 388 vom 1. August 1877) schlagen vor, sorgfältig gebrannten und fein gemahlenen Kaffee in gut polirten eisernen Formen unter einem Drucke von 40 bis 70at in tafelförmigen Kuchen zu pressen. In Stanniol verpackt, soll dieser Kaffee sein Aroma lange Zeit völlig behalten.

P. Toninetti (D. R. P. Nr. 737 vom 31. Juli 1877) versetzt 1k Milch, Rahm oder Butter mit 5g borsaurem Natrium 2g saurem borsaurem Natrium und 7g Zucker (vgl. 1872 205 278)) Derselbe (D. R. P. Nr. 590 vom 31. Juli 1877) conservirt anatomische Präparate durch Einspritzen einer Lösung von 50g Benzoesäure in 50g Aether und 1l Alkohol und Behandeln mit 90 bis 100° warmer Luft unter einem Druck von 3 bis 7at.

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