Titel: Herstellung künstlicher Steine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 22 (S. 303–304)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi03_22
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Herstellung künstlicher Steine.

F. Kosskul in Philadelphia hat in den Vereinigten Staaten zwei Patente (Nr. 200 834/5 vom 27. April 1877) auf die Herstellung künstlicher Steine erhalten. Nach dem einen werden Thon, Wasserglas, Sand, Steinstaub, gepulvertes Glas, Kalk, Aetznatron, Kalkstein, schwefelsaures Antimon, Zinkweiſs, Bleiweiſs u. dgl. in verschiedenen Verhältnissen gemischt, geformt, heiſs in eine erwärmte Lösung von Wasserglas getaucht und gebrannt. Nach dem zweiten Patent wird Kalk mit Wasser zu Brei gelöscht, dann Eisensulfat, Ziegelmehl, Steinpulver, Asche hinzugesetzt und die Masse, so lange sie noch plastisch ist, in heiſse Formen gepreſst. (Nach der Deutschen Töpfer- und Zieglerzeitung, 1878 S. 179).

W. Hill (Englisches Patent Nr. 225 vom 17. Januar 1877) schlägt vor, künstliche Steine aus einem Gemisch von 1 Th. Cement, 2 Th. Kalk, 2 bis 4 Th. Sand, mit entsprechenden Farbstoffen gefärbt, herzustellen.

H. Borchard (D. R. P. Nr. 1252 vom 16. August 1877) will 100 Th. gewaschenen Sand, mit 6 bis 7 Th. kohlensaurem Kalk, 3 Th. kohlensaurer Magnesia, 4 Th. Gyps und 3 Th. Feldspath gemischt, mit etwas Wasser in Formen pressen und nach vollständigem Trocknen in Weiſsglühhitze brennen. Der Patentnehmer bezeichnet die erhaltene Masse als künstlichen Marmor.

H. G. Hosmer (Englisches Patent Nr. 2525 vom Juni 1877) will die aus gewöhnlichem Kalkstein angefertigten Gegenstände, Bodenplatten, Vasen, Figuren u.s.w. bei 5at Druck mit siedendem Wasser oder Dampf 12 Stunden lang erhitzen. Dann gelangen dieselben in ein Bad von einer Alaunlösung von 5° B., in welchem sie von einem Tag bis mehrere Wochen hindurch bleiben. Hierdurch soll der Stein groſse Härte und Politurfähigkeit erlangen. Wenn der Stein gefärbt werden soll, so werden dem Alaun Farbstoffe, Rothholz, Eisen- und Kupfervitriol, essigsaures Eisen u. dgl. hinzugesetzt. Auch wasserlösliche Anilinfarben, Farbhölzer – unter Zusatz von Potasche oder Weinstein und Borax – und Indigo können angewendet werden.

Wird nach J. Ferwer (Polytechnisches Notizblatt, 1878 S. 147) ein Gemisch von 5 Th. kohlensaurem Kalk und 1 Th. Ultramarin mit etwas Wasser in dünne Platten gepreſst, mit einer kalten, dann mit einer 60° warmen Zinkvitriollösung getränkt, so erhält man einen Marmor-harten, dem Lasur ähnlichen Stein, der sich schleifen und poliren läſst. Statt des Ultramarins können auch andere Mineralfarben genommen werden.

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