Titel: Ueber die Festigkeit des Leders.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 3 (S. 296–297)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi03_3

Ueber die Festigkeit des Leders.

Durch die Berliner Maschinentreibriemenfabrik von A. Schwartz und Comp. wurden Zerreiſsversuche mit Leder angestellt, um zu erfahren, welche Festigkeit die verschiedenen Stellen eines Felles aufweisen. Als Material für die Versuche wurde ein Leder aus Salta in den Argentinischen Staaten benutzt, welches in Erfurt fertig gegerbt war. Aus der einen Hälfte des Felles wurde ein Kernstück in der Länge von 1456mrn und Breite von 650mm herausgeschnitten und der Länge nach in 7, der Breite nach in 25, zusammen in 175 Streifen von je 208mm Länge und 26mm Breite zerschnitten. Jeder dieser Streifen wurde auf einer eigens zu diesem Zwecke construirten Maschine zerrissen. Die Ergebnisse dieser Versuche wurden in eine Tabelle zusammengetragen, welche neben den zum Zerreiſsen erforderlichen Kräften noch die vor den Versuchen gemessenen Lederdicken enthält. Von E. Brauer wurden diese Ergebnisse in den Verhandlungen des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleiſses, 1878 S. 115 veröffentlicht. Die daraus abgeleiteten Resultate zeigen, daſs sich ein allgemeiner Zusammenhang zwischen der Festigkeit des Leders und der Lederdicke nicht auffinden laſse, und daſs nur die maximalen Werthe |297| der Zerreiſsungskräfte K (in Kilogramm) für verschiedene Lederdicken δ auf 1mm Breite reducirt sich in die Formel:

K = 5,4 δ

bringen zu lassen scheinen, daſs dagegen die minimalen Werthe dieser Kräfte unabhängig von der Lederdicke auf 1mm Breite reducirt constant, ungefähr K = 12k erscheinen. Es habe daher keinen besonderen Werth, wenn man bei Berechnung der Festigkeit der Treibriemen die Lederdicke berücksichtigt, da es viel wichtiger sei, den wahrscheinlichen Minimalwerth der Festigkeit zu kennen, abgesehen davon, daſs geschwelltes Leder wohl gröſsere Dicke, aber nicht gröſsere Festigkeit aufweise. Als Mittelwerth der Zerreiſsungskräfte ergab sich auf lnam Breite: K1 = 20k,5 bei einer mittleren Lederdicke von 5mm,225 und folglich die Bruchgrenze auf 1qmm Lederquerschnitt: B = 25k,5 : 5,225 = 3k,92.

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