Titel: Esser und Iwand's Decatirmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 1 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi04_1

Esser und Iwand's Decatirmaschine.

Diese von Ed. Esser in Görlitz und M. Iwand in Leschwitz bei Görlitz erfundene Maschine (D. R. P. Nr. 353 vom 24. Juli 1877) bezweckt, in voller Stoffbreite mit beliebigem Druck, sowie beliebiger Temperatur und Geschwindigkeit farbige Stoffe zu decatiren, ohne daſs sie fleckig werden; letzteres wird dadurch erreicht, daſs man ganz trockenen Dampf benutzt und ihn nur an einer Stelle auf die Waare einwirken läſst.

In einer durch eingeführten Dampf geheizten Mulde dreht sich ein hohler, mit Filz überzogener und ebenfalls mittels Dampf geheizter Cylinder, dessen Mantel fein gelocht ist. Zwischen der Mulde und dem Filzcylinder wird die zu appretirende Waare langsam fortbewegt und ihr durch auf den Cylinder einwirkende Hebelbelastung ein beliebiger, leicht einstellbarer Druck gegeben. Damit nun der Dampf möglichst trocken und nur an der Eingangsseite zur Waare komme, ist folgende Einrichtung getroffen: In dem hohlen, mit Filz überzogenen Cylinder liegt ein zweiter feststehender, welcher in ersteren möglichst dampfdicht eingepaſst ist und durch Federdruck angepreſst wird. |392| Auf ein Viertel seines Umfanges ist er der Achsenrichtung nach ausgeschnitten, und steht dieser Spalt nach der eintretenden Waare zu. Der Dampf wird durch ein Rohr zugeführt, welches im vorderen Zapfen des Filzcylinders ruht; die Wasserabführung findet durch ein zweites Rohr an der Gegenseite statt. Beide Rohre treten nur bis zu dem Filzüberzug in die Walze ein und laufen alsdann in ein ovales Rohr aus, welches oben durch eine Scheidewand in zwei Kammern getheilt ist, die durch einen schmalen Spalt mit einander in Verbindung stehen. Auf dieses ovale und oben gelochte Rohr ist ein rundes gesteckt, welches mit Filz umkleidet und nur dem Ausschnitt des Dreiviertelcylinders gegenüber gelocht ist.

Der Dampf wirkt wasserfrei auf die Waare, condensirt sich demnach nicht weiterhin und hält den Filz und die Waare trocken, weil er zunächst in die untere Abtheilung des ovalen Rohres tritt, herauf in die obere steigt, oben in den runden mit Filz belegten Cylinder tritt, von diesem vorn unten in den Dreiviertelcylinder strömt und weiterhin in derselben Richtung durch den sich drehenden Filzcylinder zur Waare kommt. Für das Anwärmen ist es wichtig, zunächst die Mulde anzuheizen und dadurch den Filzcylinder 10 bis 15 Minuten lang anzuwärmen und erst hierauf in letzteren Dampf treten zu lassen.

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