Titel: Ueber gekörnte Photolithographien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 15 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi04_15

Ueber gekörnte Photolithographien.

Um gekörnte Bilder auf den Stein zu erhalten, wendet Husnik (Photographisches Archiv, 1878 S. 102) bei seinem photolithographischen Uebertragpapier folgendes Verfahren an.

Eine fein mattgeschliffene Glasplatte wird mit weicher, ausgiebiger, fetter Druckfarbe, wie sie zum Kupferdruck benutzt wird, eingerieben und dann mit einem groben, nicht fasernden Tuchlappen gut abgewischt, so daſs die Farbe nur noch in den Vertiefungen sitzt. Die horizontal gestellte Platte wird nun mit einer Gelatinelösung (1 : 10), mit 3 Th. Spiritus und ⅙ Th. Glycerin übergossen, vollständig getrocknet und sodann die Gelatinehaut abgezogen. Letztere enthält nun ein schönes Korn und muſs zwischen den Blättern eines Buches aufbewahrt werden, da sie leicht verletzbar ist. Beim Copiren des chromirten photolithographischen Ueberdruckpapieres legt man die Haut mit der glatten Seite auf das Negativ und auf die Haut das Papier |397| und copirt viermal länger als gewöhnlich. Die übrige Behandlung des Papieres ist die bekannte; nur muſs man beim Wegwischen der Farbe mit einem feinen, nassen Schwamm mit groſser Vorsicht verfahren, um das feine Korn nicht zu verletzen. Man muſs das Papier etwas länger vor der Entwicklung weichen lassen (in kaltem Wasser), damit die Farbe schon beim geringsten Druck von den nicht belichteten Stellen sich entfernen läſst. Die Schatten müssen unter etwas stärkerem Druck und mit einem neuen, spitzen Stückchen Schwamm entwickelt werden, ohne damit gleichzeitig die Lichter zu berühren.

Nach J. Schnauf's eignet sich dieses Verfahren besonders für groſse Bilder.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: