Titel: Pilzvergiftung beim Rindvieh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 17 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi04_17

Pilzvergiftung beim Rindvieh.

In Groſsaitingen (Bayern) ist seit Jahren in den Wintermonaten unter dem Rindvieh eine eigentümliche Krankheit beobachtet, welcher eine erhebliche Anzahl von Thieren zum Opfer fiel. In diesem Frühjahre trat sie auch während der Grünfütterung auf. Nach einem Bericht von A. Herele (Milchzeitung, 1878 S. 403) waren die Thiere je nach dem Grade der Krankheit abgemagert, in den Flanken sehr eingesunken, sie standen mit gekrümmtem Rücken und seitwärts gebogenem Halse vom Barren, zurück und machten unter starker Speichelabsonderung beständig die Bewegung des Wiederkauens, ohne daſs jedoch ein Futterbissen auf- und abgeschluckt wurde. Von Zeit zu Zeit war ein rauher Husten hörbar, der offenber von einem in der Rachenhöhle steckenden Futterbissen herrührte, den die theilweise gelähmten Schlingwerkzeuge nicht weiter beförderten, der aber auf den Kehldeckel einen beständigen Reiz ausübte.

Es ergab sich, daſs die Thiere seit 10 Tagen als Futter altes Gersten- und Dinkelstroh, welches sehr stark mit sogen. Stinkbrand (Tilletia caries) befallen war, und grünen Klee mit Rost (Pucciania graminis) erhalten hatten. Reines Futter, kleine Gaben von Salzsäure und gute Lüftung des Stalles bewirkten Besserung der Thiere.

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