Titel: Tanninbestimmung in der Eichenrinde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1878, Band 229/Miszelle 24 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj229/mi229mi04_24

Tanninbestimmung in der Eichenrinde.

Das Verfahren von Müntz und Ramspacher bietet wenig Sicherheit, ist schwierig und erfordert viel Zeit. Die beste Methode wäre: Auskochung der Rinde, Eindampfen, Wägen, Einäschern und Abziehen des Aschengewichtes; aber sie ist in der Gerberei nicht verwendbar. Nach dem Moniteur industriel belge, Januar 1878 verbindet daher E. Perret beide Verfahren zu einem einzigen, das nach seiner Angabe jeder Arbeiter durchführen kann.

10g der zu untersuchenden Rinde werden mit Wasser ausgekocht, die Flüssigkeit wird auf 100cc eingedampft, ihre Dichte mittels des Densimeters oder Tannometers (*1876 220 171) von Müntz und Ramspacher bei 15 oder 20° erhoben, die Grade notirt und nun folgende Lösung zugegeben: Für die Rinden des Nordens, Ostens und Centrums von Frankreich 5g Albumin (Eiweiſs) und für die Rinden Italiens 10g Albumin. Die Lösung wird lebhaft geschüttelt. Hat sich der Niederschlag abgesetzt, so wird er mit einer gesättigten Lösung von schwefelsaurer Thonerde vermischt und bis zum Sieden erhitzt; ein Albumin- und Thonerdetannat scheidet sich sofort aus.

Für die Rinden der Bourgogne braucht man 2 Tropfen der normalen Thonerdelösung, für die italienischen 4 bis 5 Tropfen. Man filtrirt, läſst das Filtrat auf 15 bis 200 abkühlen, wiegt mit dem Tannometer, und die Differenz zwischen den zuerst und den zuletzt gefundenen Graden plus 2, 4 oder 5 gibt den genauen Titer der Rinde an Tannin. Der Titer der Flüssigkeit wird vermehrt um ebenso viel Grade, als man Tropfen der Thonerdelösung brauchte.

V. G.

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